Vitamin K: Das unbekannte Vitamin

K-Vitamine gehören neben den Vitaminen A, D und E zu den fettlöslichen Vitaminen. Das K steht hier besonders für die Eigenschaft zur Koagulation, d.h zur Blutgerinnung. Doch hier endet seine Bedeutung nicht! Auch für einen gesunden Knochenstoffwechsel wird Vitamin K benötigt. Besonders das Vitamin K2 bringt das Kalzium dorthin, wo es hingehört – in die Knochen! Ohne Vitamin K2 kann sich das Kalzium sonst an den falschen Stellen festsetzen, z.B. in den Gefäßen (= GefäßVERKALKung), in den Nieren (Nierensteine) oder in den Gelenken…In der Natur kommen zwei verschiedene Formen von Vitamin K vor:

  1. Vitamin K1 (Phyllochinon): Es kommt in den Blättern von Grünpflanzen vor und kann, wenn es mit der Nahrung aufgenommen wird, im Darm wahrscheinlich zu Vitamin K2 umgebaut werden.
  2. Vitamin K2 (Menachinon): Es wird von Mikroorganismen gebildet. Unter anderem auch von den Bakterien unserer Darmflora. [1] Etwa die Hälfte unseres Bedarfs an Vitamin K2 wird so gedeckt. [2]
    Vitamin K2 kann auch mit der Nahrung aufgenommen werden. Besonders reich an K2 ist ein aus fermentierten Sojabohnen hergestelltes japanisches Lebensmittel namens Nattō.

Wofür ist Vitamin K wichtig?

Es hat sich aber gezeigt, dass Vitamin K2 die aktivere Form zu sein scheint, denn nur K2 bringt das Kalzium dorthin, wo es hingehört – in die Knochen! Ohne Vitamin K2 kann sich das Kalzium sonst an den falschen Stellen festsetzen, z.B. in den Gefäßen (= GefäßVERKALKung) [3] – [8], in den Nieren (Nierensteine) oder in den Gelenken.

Vitamin K2 reduziert das Risiko für koronare Herzkrankheit

Die Einnahme von Vitamin K2 ist mit einem reduzierten Risiko für koronare Herzkrankheit verbunden! Dies zeigte die so genannte „Rotterdam-Studie“ [9], bei der untersucht wurde, ob die Aufnahme von Vitamin K1 und Vitamin K2 in der Bevölkerung mit Aortenverkalkung und koronarer Herzkrankheit (KHK) zusammenhängt. Die Analyse umfasste 4.807 Probanden und zeigte deutlich, dass die Aufnahme von Vitamin K2 umgekehrt proportional zu schwerer Aortenverkalkung war. Das heißt: Eine ausreichende Aufnahme von Vitamin K2 ist für die Prävention von KHK wichtig!

Vitamin K2 reduziert das Risiko für Arteriosklerose

Eine hohe Aufnahme von Vitamin K2 ist mit einer verringerten koronaren Verkalkung verbunden! In einer Querschnittsstudie bei 564 postmenopausalen Frauen wurde der Einfluss der Einnahme von Vitamin K1 undK2 untersucht. Es zeigte sich, dass die Aufnahme von Vitamin K2 mit einer verringerten koronaren Verkalkung mit einherging! [10] Der Grund: Alter, schlechte Lebensgewohnheiten, Bluthochdruck etc. strapazieren unsere Blutgefäße. Die Folge sind mikroskopisch feine Risse und Brüche an den Blutgefäßen. Zwar sorgt der Köper dafür, dass diese abgedichtet werden. Jedoch wird als „Kitt“ oft LDL-Cholesterin genommen, an welches sich u.a. Calcium anheften kann. Die Folge: „Verkalkung“ der Gefäße mit dem Risiko! Genau hier kommt Vitamin K2 positiv zum Einsatz! Es entfernt überschüssiges Calcium aus dem Blut, in dem es dieses dort einbaut wo es hingehört: In die Knochen! [15]

Vitamin K2 reduziert das Risiko für Osteoporose

Unsere Knochen bestehen aus einer harten äußeren Schale und einer schwammigen Matrix aus inneren Geweben und ist eine lebende Substanz! Das gesamte Skelett wird alle 7 bis 10 Jahre ersetzt. Dabei setzt der Körper Kalzium aus dem Knochen fei, welches in den Blutkreislauf übergeht, um die metabolischen Bedürfnisse des Individuums zu erfüllen. So kann der Knochen Größe und Form verändern oder sich von Verletzungen erholen. [11] [12] Dieser Umbau erfolgt durch Osteoblasten (Knochen aufbauende Zellen) und durch Osteoklasten (Knochen abbauende Zellen). Solange die knochenbildende Aktivität größer ist als der Knochenabbau, bleibt der Prozess der Aufrechterhaltung einer gesunden Knochenstruktur erhalten.
Osteoblasten produzieren Osteocalcin. Dieses hilft dabei, Kalzium aus dem Blutkreislauf aufzunehmen und in die Knochenmatrix einzubinden. Leider ist neu hergestelltes Osteocalcin noch inaktiv. Es benötigt Vitamin K2, um vollständig aktiviert zu werden und Calcium zu binden. [13]
Das die Aufnahme von Vitamin K2 positive Auswirkungen auf Knochendichte hat, konnte inzwischen durch In-vitro-, In-vivo- und Humandaten bestätigt werden. Auch das Risiko für Knochenbrüche bei älteren Frauen wird durch Vitamin K2 reduziert! [14]

Vitamin K2 kann den Kampf gegen Krebs unterstützen!

In den letzten Jahren haben mehrere Studien gezeigt, dass Vitamin K2 eine Antikrebsaktivität in einer Vielzahl von Krebszellen aufweist. Eine Studie untersuchte das Antikrebs-Potenzial von Vitamin K2 bei Androgen-abhängigem und -unabhängigem Prostatakrebs. Es zeigte sich, dass Vitamin K2 u.a. ein potenziell entzündungshemmender Wirkstoff ist, da mehrere Entzündungsgene in den Prostatakrebszellen herunterreguliert werden konnten. In einer Modellstudie an Mäusen wirkte Vitamin K2 signifikant hemmend sowohl auf das androgenabhängige, als auch des androgenunabhängige Tumorwachstum! [16]
Auch bei Brustkrebszellen zeigte Vitamin K2 wachstumshemmende Effekte. [17]

Beeindruckende Ergebnisse erzielte man mit der Gabe von Vitamin K2 bei Frauen mit Leberzirrhose, welche ein hohes Risiko hatten später an einem Leberzellkarzinom zu erkranken. Ein glücklicher Zufallsbefunde! Eigentlich sollte in einer Studie der Einfluss von Vitamin K2 auf den Knochenverlust bei Frauen mit viraler Leberzirrhose zu bewertet werden. Die Studienteilnehmerinnen erfüllten jedoch auch die Kriterien, die für die Untersuchung der Auswirkungen einer solchen Behandlung auf die Entwicklung eines hepatozellulären Karzinoms erforderlich sind. Die Frauen der Behandlungsgruppe erhielt 45 mg Vitamin K2 pro Tag. Die Teilnehmer der Behandlungs- und Kontrollgruppen erhielten eine symptomatische Therapie zur Behandlung von Aszites und eine Ernährungsberatung. Das Ergebnis: Während in der Kontrollgruppe, welche kein Vitamin K2 bekam 9 von 19 Frauen (47%!) später an einem hepatozellulären Karzinom erkrankten, wares es in der Behandlungsgruppe weniger als 10%! [18]

Wie sollte Vitamin K2 eingenommen werden?

Am besten wird Vitamin K zusammen mit Phospholipiden aufgenommen, wie sie z.B im Sonnenblumenöl zur Verfügung stehen. Phospholipide, sind wichtige Bestandteile der Zellmembranen unseres Körpers und können helfen, dass fettlösliche Vitamine direkt zellgängig werden. Sie sorgen für einen bevorzugten Transport eingeschlossener Wirkstoffe direkt zum Dünndarm. So kann der sonst übliche “Verdauungsweg” über Magen-Leber-Zwölfingerdarm abgekürzt werden. Das ist insofern wichtig, als dass die Aufnahme fettlöslicher Wirkstoffen davon abhängt, ob Leber und Galle dies auch zulassen. Sind Leber und/ oder Galle geschwächt oder arbeiten im falschen Rhythmus, so werden aufgenommene fettlösliche Vitamine ungenutzt wieder ausgeschieden.
Vitamin K und Phospholipide (Sonnenblumenöl) stellen also eine sehr Kombination dar!

Vitamin K2 und Vitamin D3

Gern wird Vitamin K2 zusammen mit Vitamin D3 eingenommen. Die Kombination ist immer dann sinnvoll, wenn einerseits die Kalziumaufnahme angeregt werden soll und man gleichzeitig sicherstellen möchte, dass Kalzium auch wirklich in Knochen und Zähnen eingebaut wird und nicht in Gefäßen, Gelenken oder der Niere landet. Dies ist ganz besonders bei Einnahme von Hochdosen wichtig!

 

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[1] Conly JM, Stein K: The production of menaquinones (vitamin K2) by intestinal bacteria and their role in maintaining coagulation homeostasis.; Prog Food Nutr Sci. 1992 Oct-Dec;16(4):307-43.

[2] Booth SL, Suttie JW: Dietary intake and adequacy of vitamin K.; J Nutr. 1998 May;128(5):785-8.

[3] Bolland MJ, Avenell A, Baron JA, et al: Effect of calcium supplements on risk of myocardial infarction and cardiovascular events: meta-analysis.; BMJ. 2010 Jul;341:c3691.

[4] Bolland MJ, Grey A, Avenell A, Gamble GD, Reid IR: Calcium supplements with or without vitamin D and risk of cardiovascular events: reanalysis of the Women’s Health Initiative limited access dataset and meta-analysis.; BMJ. 2011 Apr;342:d2040.

[5] Li K, Kaaks R, Linseisen J, Rohrmann S: Associations of dietary calcium intake and calcium supplementation with myocardial infarction and stroke risk and overall cardiovascular mortality in the Heidelberg cohort of the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition study (EPIC-Heidelberg) Heart.; 2012;98(12):920–925.

[6] Michaëlsson K, Melhus H, Warensjö Lemming E, Wolk A, Byberg L: Long term calcium intake and rates of all cause and cardiovascular mortality: community based prospective longitudinal cohort study.; BMJ. 2013 Feb;346:f228.

[7] Pentti K, Tuppurainen MT, Honkanen R, et al: Use of calcium supplements and the risk of coronary heart disease in 52–62-year-old women: the Kuopio Osteoporosis Risk Factor and Prevention Study.; Maturitas. 2009;63(1):73–78.

[8] Xiao Q, Murphy RA, Houston DK, Harris TB, Chow WH, Park Y: Dietary and supplemental calcium intake and cardiovascular disease mortality: the National Institutes of Health-AARP diet and health study.; JAMA Intern Med. 2013;173(8):639–646.

[9] Geleijnse JM, Vermeer C, Grobbee DE, Schurgers LJ, Knapen MH, van der Meer IM, Hofman A, Witteman JC: Dietary intake of menaquinone is associated with a reduced risk of coronary heart disease: the Rotterdam Study.; J Nutr. 2004 Nov;134(11):3100-5.

[10] Beulens JW, Bots ML, Atsma F, et al: High dietary menaquinone intake is associated with reduced coronary calcification.; Atherosclerosis. 2009;203(2):489–493.

[11] Maresz K: Proper Calcium Use: Vitamin K2 as a Promoter of Bone and Cardiovascular Health.; Integr Med (Encinitas). 2015 Feb; 14(1): 34–39.

[12] Heaney RP, Weaver CM. Newer perspectives on calcium nutrition and bone quality. J Am Coll Nutr. 2005;24(6) suppl:574S–581S.

[13] Hauschka PV: Osteocalcin: the vitamin K-dependent Ca2+-binding protein of bone matrix.; Haemostasis. 1986;16(3-4):258-72.

[14] Plaza SM, Lamson DW: Vitamin K2 in bone metabolism and osteoporosis.; Altern Med Rev. 2005 Mar;10(1):24-35.

[15] Vossen LM, Schurgers LJ, van Varik BJ, Kietselaer BL, Vermeer C et al: Menaquinone-7 Supplementation to Reduce Vascular Calcification in Patients with Coronary Artery Disease: Rationale and Study Protocol (VitaK-CAC Trial).; Nutrients. 2015 Oct 28;7(11):8905-15. doi: 10.3390/nu7115443.

[16] Samykutty A, Shetty AV, Dakshinamoorthy G, Kalyanasundaram R, Zheng G, Chen A,Bosland MC, Kajdacsy-Balla A, Gnanasekar M: Vitamin K2, a Naturally Occurring Menaquinone, Exerts Therapeutic Effects on Both Hormone-Dependent and Hormone-Independent Prostate Cancer Cells.; Evid Based Complement Alternat Med. 2013; 2013: 287358.
Published online 2013 Aug 24. doi: 10.1155/2013/287358

[17] Kiely M, Hodgins SJ, Merrigan BA, Tormey S, Kiely PA, O’Connor EM: Real-time cell analysis of the inhibitory effect of vitamin K2 on adhesion and proliferation of breast cancer cells.; Nutr Res. 2015 Aug;35(8):736-43. doi: 10.1016/j.nutres.2015.05.014. Epub 2015 May 30.

[18] Habu D, Shiomi S, Tamori A, Takeda T, Tanaka T, Kubo S, Nishiguchi S: Role of vitamin K2 in the development of hepatocellular carcinoma in women with viral cirrhosis of the liver.; JAMA. 2004 Jul 21;292(3):358-61.

Weitere Quellen:

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Vitamin_K
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Menachinon
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Phyllochinon
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Nattō

 

Anja Alijah Flick (Heilpraktikerin)

Atlaspraxis Flick – Blankeneser Landstr. 19 – 22587 Hamburg 

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