Naturheilkunde

Warum das Trinken von Wasser so wichtig ist

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Bild: © Giuseppe Porzani – Fotolia.com

Die Oberfläche unseres Planeten besteht zu 29% aus Land und zu 71% aus Wasser. Das Land selbst wird von Bächen und Strömen durchzogen. Nur wo Wasser in ausreichendem Maße vorhanden ist, kann sich Leben entwickeln. Wasser gilt als das erste der Elemente, als „Mutter aller Dinge”. Im Wasser des Urmeeres liegt der Ursprung des Lebens. Sein Gehalt an Grundelementen und Salzen war so wichtig und prägend, dass wir es bis heute in den Zellen lebender Wesen wieder finden. Das Zellwasser einer gesunden Zelle entspricht in seinem Salzgehalt dem Wasser der Urmeere. Das Leben mit Vitalität und Gesundheit ist auf diese Art bis heute mit seinem Ursprung verbunden. So wird deutlich, dass Wasser einer der wichtigsten Grundbausteine für einen gesunden Körper ist.

Um den Körper dauerhaft vital und gesund zu halten, ist es daher sehr wichtig, täglich ausreichend und richtig klares Wasser zu trinken. Noch wichtiger ist die Wasseraufnahme für einen Körper, der zum gesunden und vitalen Urzustand zurückkehren soll. Jede therapeutische Maßnahme kann vom Körper nur unter Vorhandensein von genügend Wasser richtig angenommen werden ist. Warum unser Körper Wasser braucht, kann in einigen Zahlen kurz deutlich gemacht werden. Allein für die Verdauung werden im Körper täglich mehr als 6 Liter Verdauungssäfte gebildet. Diese bestehen zu einem hohem Prozentsatz aus Wasser:

  • Speichel enthält ca. 98% Wasser. Täglich werden 1,5 l Speichel gebildet
  • Der gesunde Magen bildet täglich über 3 Liter Magensaft
  • In der Leber werden jeden Tag bis zu 1 Liter Gallenflüssigkeit gebildet
  • Die Bauchspeicheldrüse produziert täglich 0,5-1,5 l Verdauungssaft

Etwa 99% aller Stoffwechselvorgänge in unserem Körper sind an das Vorhandensein von Wasser gebunden. Diese Vorgänge beinhalten auch die Entgiftung der Zellen. Kein anderes Lösungsmittel kann nur annähernd so viele Stoffe lösen.

Wenn der Körper nicht genügend Wasser zur Verfügung hat, kann unseren Zellen bis zu 60% Wasser entzogen werden. Lediglich 25% des Wassermangels können durch Wasser aus dem Zellzwischenraum ausgeglichen werden. Eine mangelnde Zufuhr des Leben spendenden Elements führt zwangsläufig zu Durst in unseren Zellen. Dieser kann sich auf verschiedenen Wegen im Körper bemerkbar machen. Chronischer Wassermangel ist schleichend und bei routinemäßigen Untersuchungen schwer festzustellen, da Blutuntersuchungen meist keine auffälligen Befunde ergeben. Am besten ist es also, die Signale des Körpers selbst wahrzunehmen und richtig zu deuten. Doch wir haben es verlernt, diese Sprache zu verstehen. Die meisten von uns deuten die Zeichen des Körpers falsch. Durstsignale werden als Hunger interpretiert oder es werden Medikamente genommen, um die Beschwerden, mit denen der Körper auf den Durst hinweisen will, zu beseitigen.

Anzeichen für Wassermangel können sein:

  • Augenprobleme
  • Bluthochdruck
  • Gelenkbeschwerden
  • Herzbeschwerden
  • Magenprobleme
  • Migräne/ Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Mundgeruch
  • Muskelkater
  • Schlafstörungen
  • Schwindelanfälle
  • Sodbrennen
  • Tinnitus
  • Übelkeit
  • Übersäuerung
  • Verspannungen, chronische
  • Vergesslichkeit
  • Verstopfung

Die Symptome sind einfach zu verstehen, wenn man sich verdeutlicht, was der Mangel an Wasser im Körper bewirkt. Wasser transportiert Stoffe und Informationen. Diese Funktion übt es sowohl auf dem Weg zur Zelle aus, als auch von ihr weg. Wassermangel führt zu einer stofflichen und energetischen Unterernährung des Gewebes, aber auch zu erhöhter Ansammlung von nicht abtransportierten Abfallprodukten in den Zellen. Die Folge sind Übersäuerung und Verschlackung des Gewebes. Das Gehirn registriert über die Nerven die Veränderung im Gewebe und versucht uns über Schmerzen auf das Problem hinzuweisen. Wird das Signal nicht erst genommen, kann es zu einer Dauerschädigung des Gewebes kommen. Akute Schmerzen können sich dann zu chronischen Krankheiten entwickeln. Die Einnahme von Medikamenten belastet den Körper dabei noch mehr, denn die Ausscheidung dieser Stoffe ist durch bestehenden Wassermangel eingeschränkt.

Durch viele naturheilkundliche Maßnahmen und Massagen werden im Körper abgelagerte Schlacken und Säuren mobilisiert und Entgiftungsprozesse angeregt. Der Erfolg dieser Maßnahmen hängt somit sehr entschieden davon ab, wie sie ihren Körper durch regelmäßiges Trinken von klarem Wasser unterstützen.

Was sie an sich selbst versäumen, kann keine Medizin richten. Daher sollten sie neben allem, was sie bereits tun, immer an das regelmäßige Trinken denken. Je nach Alter und Gewicht sollten täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter kohlensäurefreies Wasser zugeführt werden. Andere Getränke, wie Tee (außer dünner Kräutertee), Kaffee, Softdrinks, Bier oder Wein können nicht angerechnet werden. Diese Getränke fordern dem Körper oft Flüssigkeit ab, weil sie konzentriert sind oder den zur Ausscheidung benötigenden Hormonspiegel beeinflussen. Jeder der schon einmal zu viel Bier getrunken hat, kennt das. Während des Trinkens ist das Bedürfnis die Blase zu leeren groß (Ausscheidung ist größer als Zufuhr). Etwas später ist zwangsläufig der Durst umso größer. Ein sich einstellender Kater ist letztlich ein Zeichen für Wasser- und Mineralienmangel in den Zellen.

Es gibt viele, die richtiges Wassertrinken nie erlernt oder es wieder verlernt haben. Nicht wenige sind der Meinung, nicht so viel Wasser zu benötigen. Für diese Menschen ist der Mangelzustand die Normalität, die sie kennen. Doch zu spüren, wie sich ein gesunder mit ausreichend Wasser versorgter Körper anfühlt, öffnet die Tür in eine völlig neue Dimension des Lebens.

Mit dem Trinken beginnen sie am besten morgens nach dem Aufstehen. Um den Darm in seiner aktiven Ausscheidungsphase zu unterstützen, sollten sie zwischen 7:00 und 8:00 Uhr etwa einen halben Liter warmes Wasser trinken. Das regt den Darm an und verschafft ihnen ein gutes Gefühl für den Tag.

Im Verlauf des Tages empfiehlt es sich mindestens eine halbe Stunde vor jeder Malzeit etwa 250 ml Wasser zu trinken. Das hat gleich mehrere Vorteile. Oft wird Durst von uns als Hungergefühl gedeutet. Durch rechtzeitiges Trinken kann der Wasser-Hunger des Körpers eingedämmt werden. Meist wird dann auch nicht so viel gegessen, was sowohl den Kreislauf, als auch die Hüften entlastet. Zum anderen steht dem Verdauungstrakt durch die Wasserzufuhr ausreichend Flüssigkeit für die Verdauungssäfte und die inneren Schleimhäute zur Verfügung. Frühestens 1½ Stunden nach dem Essen sollte wieder mit dem Trinken begonnen werden. Zu schnelle Flüssigkeitszufuhr nach der Mahlzeit kann den Verdauungsvorgang durcheinander bringen und die Verdauungskraft schwächen.

Wichtig! Das Wasser sollte nie eiskalt aus dem Kühlschrank kommen. Dem Körper wird sonst unnötig Energie zum Aufwärmen entzogen.

So wichtig, wie der bewusste Schritt zum ausreichenden Wassertrinken ist auch die richtige Wasserqualität. Ausschlaggebend sind dabei Reinheit, richtige Zusammensetzung der enthaltenen Mineralien und bioenergetischer Informationsgehalt des Wassers. Hier einige Anhaltspunkte als Entscheidungshilfe:

Mineralwasser: verdient seinen Namen durch den Gehalt an Mineralien, den es beim Weg durch tiefe Gesteinsschichten aufgenommen hat. Neben harmlosen Elementen können dabei jedoch auch Schadstoffe mit ausgewaschen werden. So konnten bei diversen Untersuchungen der Stiftung Ökotest, selbst bei Markenwasser, u.a. das giftige Schwermetall Arsen oder radioaktive Stoffe wie Radium-226 oder Radium-228  nachgewiesen werden. Radium lagert sich in Knochen und Körperzellen ein, wo es oft ein Leben lang verbleibt. Problematisch ist das bei Kindern, weil sie noch wachsen und somit mehr Radium in den Knochen eingelagert werden kann. In den vergangenen Jahren wurden im einzelnen zwar selten die Grenzwerte überschritten, aber es gab immer wieder Diskussionen darum, ob die Grenzwerte so festgelegt wurden, dass ein echter Schutz der Verbraucher besteht. Als Verbraucher kann man zudem oft nur schwer erkennen, ob ein Wasser mit Radium belastet ist, da nur wenige Brunnen diese Werte auf dem Etikett deklarieren.

Auch die Zusammensetzung der wichtigen Mineralien ist von Wasser zu Wasser sehr unterschiedlich. Günstig ist es, wenn höchstens 20 mg/l Natrium, 10 mg/l Nitrat, 0,02 mg/l Nitrit, 0,7 mg/l Fluorid, 240 mg/l Sulfat und 0,05 mg/l Mangan enthalten sind. Doch die wenigsten Wasser erfüllen alle Ansprüche. Neben dem richtigen Gehalt an Mineralien ist vor allem deren Bioverfügbarkeit wichtig. Viele der im Mineralwasser enthaltenen lebenswichtigen Mineralien können vom menschlichen Organismus nicht verwertet werden. Nur wenn die Mineralien an einen organischen Träger gebunden sind, z.B. an Chelat oder Gluconat, sind sie für unseren Körper verfügbar. Normalerweise nimmt der Mensch solche organisch gebundenen Mineralien über frisches Obst und Gemüse auf, denn Pflanzen sind in der Lage freie Mineralstoffe in ihren Zellen einzubauen. Es gibt auch einige Mineralwasser, die Gluconate, Chelate oder auch Orotate enthalten, doch diese sind in der Regel sehr teuer.

Tafelwasser: unterliegt keinen besonderen Anforderungen in Bezug auf seine natürliche Zusammensetzung. Es wird unter Verwendung von Mineral- oder Trinkwasser und mindestens einer weiteren Zutat (z.B. Kohlensäure) hergestellt. Das Mischungsverhältnis der Inhaltsstoffe ist nicht vorgeschrieben und kann je nach Tafelwasser variieren. Dem Tafelwasser dürfen  bestimmte Zusatzstoffe beigegeben werden. Solche Zusatzstoffe sind u.a.:

  • Natürliches, salzreiches Wasser
  • Durch Wasserentzug im Gehalt an Salzen angereichertes Mineralwasser
  • Meerwasser
  • Mineralsalze, wie Natrium-, Kalziumchlorid o. Natriumhydrogencarbonat

Für toxische Stoffe gelten die Grenzwerte der Trinkwasser-Verordnung. Tafelwasser kann überall abgefüllt werden. Die Abfüllung ist nicht an den Quellort gebunden. Wegen der mangelnden Bioverfügbarkeit der Mineralien ist Tafelwasser nicht für den täglichen Gebrauch zu empfehlen.

Sodawasser: ist Tafelwasser, welches mindestens 570 mg/l Natriumhydrogencarbonat und Kohlensäure aufweist. Liegt das vor, dann kann die Bezeichnung Tafelwasser durch Sodawasser ersetzt werden. Künstlich zugesetzte Kohlensäure hat allerdings den Nachteil, dass sie das Gleichgewicht des Säure-Basen-Haushalts im menschlichen Körper stört. Die Hersteller reichern ihre Produkte, egal ob Mineralwasser oder Soda, nur mit Kohlensäure an, weil sich der Geschmack so kaschieren lässt. Jeder, der schon einmal ein mit Kohlensäure versetztes Wasser offen stehen gelassen hat, kennt den Geschmack der übrig bleibt, wenn die Kohlensäure entwichen ist. Ein weiterer Grund für die Anreicherung des Wassers mit Kohlensäure liegt in der leicht desinfizierenden Wirkung. Nur so sind viele Hersteller in der Lage die geforderte Keimzahl nicht zu überschreiten. Das macht deutlich, dass Sodawasser nicht geeignet ist, um den täglichen Flüssigkeitsbedarf des Körpers zu decken.

An Quellwasser: werden im Unterschied zu Mineralwasser weniger hohe Anforderungen gestellt. Es muss keine ursprüngliche Reinheit nachgewiesen werden und eine amtliche Anerkennung ist nicht nötig. Bei der Abfüllung gelten lediglich dieselben Bestimmungen wie bei Mineralwasser. Allerdings sind dieselben Grenzwerte einzuhalten wie auch bei Trinkwasser.

Heilwasser: unterliegt im Gegensatz zu den anderen Wassern dem Arzneimittelgesetz. Es muss vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte als Fertigarzneimittel zugelassen sein. Ursprüngliche Reinheit ist ebenso wichtig wie nachweislich Krankheiten heilende, -lindernde oder -verhütende Eigenschaften durch den Gehalt an Mineralien und Spurenelementen. Die Mineralien können aber, ähnlich wie bei Mineralwasser, vom Körper nur optimal verarbeitet werden, wenn sie an organische Träger gebunden sind. Erfüllt ein Heilwasser diese Auflage, so ist es als mild wirkendes Naturheilmittel zum dauerhaften Einsatz geeignet. Für den täglichen Gebrauch sollten allerdings Kosten und Nutzen abgewogen werden. Zusätzlich muss darauf hingewiesen werden, dass ein zu hoher Anteil an bestimmten Mineralien in Heilwasser bei Allergikern zu ungewünschten Reaktionen führen kann.

Trinkwasser aus dem Wasserhahn: unterliegt in Deutschland einer ständigen und strengen Kontrolle durch die Wasserwerke. Die genauen Werte können beim Wasserwerk erfragt werden. Regionale Schwankungen in der Qualität sind jedoch möglich. Zudem ist zu bedenken, dass es eine inzwischen nicht kontrollierbare Vielfalt an Medikamenten, Chemikalien und anderen Verunreinigungen gibt. Kein Labor der Welt ist in der Lage die möglichen Verunreinigungen regelmäßig zu testen. Die gewährleistete Trinkwasserreinheit bezieht sich somit auf die regional gängigen Parameter.

Wichtig ist es bei Trinkwasser aus dem Wasserhahn auch die Qualität der hauseigenen Wasserleitungen zu kennen. Bei Leitungen aus Kupfer kann das Wasser (wenn dieses leicht sauer ist) Kupfer enthalten. Solche Rohre sind in ländlichen Gegenden, in denen Wasser noch aus Brunnen gefördert wird, gebräuchlich. Kupfer kann im Körper zu Leberschäden führen. Auch Rohre aus Blei können in alten Häusern noch gefunden werden. Blei kann an den Nerven Funktionsstörungen hervorrufen. Wer sich nicht sicher ist, sollte sein Wasser von einem Labor untersuchen lassen. Für den täglichen Einsatz ist Leitungswasser dennoch geeignet. Zur Sicherheit empfiehlt es sich aber einen hauseigenen Filter zu installieren.

Das gleiche gilt für Brunnenwasser: Auch hier sollten regelmäßige Kontrollen die Qualität sicherstellen. Ein zusätzlich eingebrachter Wasserfilter im Haus hilft, die Sicherheit zu erhöhen.

Bei all der Vielfalt an angebotenen Wassern liegt das Einfachste oft ganz nah. Für den täglichen Gebrauch empfiehlt sich meist Leitungswasser. Auch Brunnenwasser ist zu befürworten, solange eine gute Qualität geprüft und gesichert ist. Bei beiden Varianten ist es jedoch ratsam, zu Hause zusätzlich zu filtern. Auf dem Weg vom Wasserwerk oder Brunnen zu ihnen in die Wohnung könnte das Wasser, vor allem durch das Material der Rohre, verändert werden. Viele Hausleitungen sind aus Kupfer oder Blei und es könnte so zu Schwermetallbelastungen im Wasser kommen, welche sich durch einen Filter jedoch recht zuverlässig beseitigen lassen. Gefiltertes Wasser ist eine gesunde und preisgünstige Lösung, um den täglichen Wasserbedarf zu decken. Ein weiterer Grund, sich für gefiltertes Leitungswasser zu entscheiden ist, dass die meisten Wasser in Pfandflaschen verkauft werden. Diese müssen nach Rückgabe vom Erzeuger gereinigt werden. Rückstände der verwendeten Mittel können sich in den Flaschen befinden und sind sicher nicht förderlich für die Gesundheit.

 

Anja Alijah Flick (Heilpraktikerin)

JetztGesundAtlaspraxis Flick – Blankeneser Landstr. 19 –
22587 Hamburg – Tel. 040 866488780 

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