Karde (Dipsacus sp.)

Weberkarde DSC_0100

Bild: © Anja Alijah Flick

Die Karde ist eine interessante Pflanze, die bereits in der Antike genutzt wurde. Die Blütenköpfe wurden zum Kämmen von Wolle verwendet, was der Karde den Beinamen “Kämme” beibrachte. Die wilde Kardenwurzel wird bei vielen Völkern in der Hausmedizin zur Reinigung und Entgiftung verwendet. Wenn die wilde Karde blüht, dann bildet sich in der Mitte der Kardendolde ein violetter Blütenkranz, der sich teilt und dann nach oben und unten wandert. Dieses Wandern des Blütenkranzes entspricht aus Sicht der Signaturenlehre der Wanderröte der Borreliose.

Weberkarde
  • syn. Kämme, Weberdistel, Walkerdistel
    • Dipsacus sativus
    Wilde Karde
  • syn. Kardendistel
    • Dipsacus silvestris; syn. Dipsacus fullonum
    Englischer Pflanzename:
    • Wild teasel
    Pflanzenfamilie:
    • Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)

    Bezeichnung des
    Arzneimittels:
    • Flores Dipsaci sativi (Weberkarden-Blüten)
    • Radix Dipsaci sativi (Weberkarden-Wurzel)
    • Flores Dipsaci silvestris (Kardenkraut)
    Anwendung:
    • Borreliose [1]
    • Ekzeme*
    • Fissuren*
    • Rhagaden *
    • Rheuma*
    • Warzen*
    Wirkung:
    • Antibakteriell**
    • Appetitanregend**
    • Blutreinigend**
    • Harntreibend**
    • Schweißtreibend**
    Inhaltsstoffe:
    • Scabiosid
    • Organische Säuren
    • Kaffeesäureverbindungen
    • Glucoside
    • Saponine
    • Terpene
    Dosierung:
    • Keine einheitliche Dosierung festgelegt
    Gegenanzeigen
    • Keine bekannt
    Nebenwirkungen
    • Keine bekannt
    Wechselwirkungen
    • Keine bekannt

    * Volks- und Erfahrungsheilkunde

    Beispiele für Präparate, in denen Karde vorkommt: 

    Phytotherapie
    • Derzeit keine bekannt
    Folgendes Mittel ist lt. Gesetz als Lebensmittel
    und nicht als Medizin eingestuft und daher
    getrennt von oben genannten
    Anwendungsgebieten zu betrachten:

    Karde sammeln:

    Verbreitung/ Sammelorte:Die Wilde Karde kommt in Europa und Nordafrika vor.

    Wie Weberkarde kommt natürlich in Südeuropa vor.

    Standorte:
    • Brach - und Ruderalflächen
    • Bahndämme
    • Wegränder
    Sammelgut/ Sammelzeit:Wilde Karde - Wurzeln: Herbst des 1. Jahres, im Winter (bei frostfreiem Boden) oder im Frühjahr des 2. Jahres
    Weberkarde - Blüten: Juni - August

    Interessantes rund um die Karde:

    • In den Anwachstellen der Blätter sammelt sich meist etwas Tau oder Regenwasser. Vermutlich wurde dies früher auch als kleine Trinkwasserquelle genutzt. Erkennbar ist dies am Gattungsnamen “Dipsacus”, was sich vom griechischen “dipsa” (Durst) ableitet.
    • In den mit Tau und Regenwasser gefüllten Anwachstellen der Blätter ertrinken diverse kleine Insekten. Ob die Pflanze damit ihren Stickstoffbedarf aufbessert und damit eine Art fleischfressende Pflanze ist, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. In einer Studie entfernte man bei zwei Feldpopulationen die angesammelten Insekten und das Wasser aus den Blattachseln. Es zeigte sich keine signifikante Veränderung des Wachstums bei den Kardenpflanzen. Aber die Zugabe von toten Dipterenlarven zu den Blattbasen führte zu einer 30% igen Zunahme des Samensatzes und der Samenmasse! [2]

    Beispiele für eigene Zubereitungen:

    Bild: © Kanea - Fotolia.com

    Bild: © Kanea – Fotolia.com

    Klassischer Karden-Absud bei Hautekzemen

    • 20 g getrocknete, klein geschnittene Kardenwurzel zusammen mit 500 ml Wasser aufgesetzt und 10 Minuten kochen; abseihen über den Tag verteilt trinken

    Klassische Karden-Tinktur

    Zubereitung:
    1. Frische Karden-Wurzel zerkleinern
    2. In ein verschließbares Gefäß geben und mit
      70%igem Alkohol auffüllen bis alle Teile bedeckt sind
    3. Ansatz 3 Wochen ziehen lassen
      (ab und an schütteln)
    4. Abseihen und die fertige Tinktur in
      dunkle Fläschchen abfüllen

    Einnahme:
    • Bei Bedarf 3 x tgl. 20-40 Tropfen
    • Lt. Wolf-Dieter Storl können bei Borreliose bis zu
      3 EL tg. eingenommen werden.
    Anwendung:
    • Borreliose (lt. Wolf-Dieter Storl)
    • Ekzeme
    • Fissuren
    • Rhagaden
    • Rheuma
    • Warzen

     

    [1] Für einen Ethylacetatextrakt von Dipsacus sylvestris konnte in der Studie eine wachstumshemmende Aktivität gegen Borrelia burgdorferi nachgewiesen werden. Liebold T, Straubinger RK, Rauwald HW.: Growth inhibiting activity of lipophilic extracts from Dipsacus sylvestris Huds. roots against Borrelia burgdorferi s. s. in vitro.; Pharmazie. 2011 Aug;66(8):628-30. [PubMed]

    [2] Shaw PJ, Shackleton K.: Carnivory in the teasel Dipsacus fullonum–the effect of experimental feeding on growth and seed set.; PLoS One. 2011 Mar 18;6(3):e17935. doi: 10.1371/journal.pone.0017935. [PubMed]

    Recherche-Quellen:

    Internetseiten:

    • www.henriettes-herb.com/eclectic/madaus/dipsacus.html
    • https://de.wikipedia.org/wiki/Wilde_Karde
    • https://de.wikipedia.org/wiki/Karden
    • www.awl.ch/heilpflanzen/dipsacus_fullonum/wilde_karde.htm

    Buchtipp:

    Anja Alijah Flick (Heilpraktikerin)

    Atlaspraxis Flick – Blankeneser Landstr. 19 – 22587 Hamburg –
    Tel. 040 866488780 

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