Rainfarn (Chrysanthemum vulgare) †

Rainfarn

Bild: © womue – Fotolia.com

Rainfarn ist eine alte Heilpflanze, die aber nur für geschulte Hände gedacht ist. Für unsere Ahnen war die Pflanze Gold wert, denn sie vertreibt und tötet Darmparasiten. Diese antiparasitäre Wirkung wurde auch in rituellen Räucherungen genutzt, denn der Rauch des Rainfarn sollte auch vor energieraubenden Wesen schützen.

Wegen seiner giftigen Inhalsstoffe findet man kam noch verwertbare Informationen in modernen Heilpflanzenbüchern. Um den Rainfarn vor dem Vergessen zu bewahren, hier die wichtigsten Infos rund um dieses alte Zauberkraut…

Synonyme: 
  • Wurmkraut, Wurmtod, Knöpfchen, Raingerte, Dannebloom
  • Tanacetum vulgare, Tanacetum officinale, T. audibertii, Chrysanthemum tanacetum, Pyrethrum tanacetum, P. vulgare
Englischer Pflanzenname: 
  • Tansy, common tansy, bitter buttons, cow bitter, golden buttons
Pflanzenfamilie:
  • Korbblütengewächse (Asteraceae)
Bezeichnung des Arzneimittels:
  • Tanaceti flos (Rainfarnblüten)
  • Tanaceti herba (Rainfarnkraut)
Anwendungsgebiete:
  • Abtreibung*
  • Migräne*
  • Rheuma*
  • Verdauungsstörungen*
  • Wurmmittel*
Wirkungen:
  • Abortiv (in höheren Dosen)**
  • Wurmtreibend (anthelmintisch)**
Inhaltsstoffe: 
  • Ätherisches Öl (u.a. mit Artemisiaketon, α- und β-Thujon, Campfer, Borneol...)
  • Sesquiterpenlactone
  • Monoterpenglycoside
  • Flavonoide
  • Cumarine
  • Kaffeesäurederivate
  • Thiopene
Dosierung: Da die Kommission E wegen des Thujon-Gehaltes keine positive Monographie für Rainfarn ausgestellt hat, gibt es auch keine Empfehlung zur Dosierung. Folgenden Angaben sind aber in älterer Literatur zu finden:
  • 2-4 g Pulver aus den Samen (Leclerc)
  • 1-2,5 g Blüten mehrmals täglich (Klemperer-Rost)
  • 2 Teelöffel (= 4 g) Tagesgabe Blüten als Infus
  • 3 Tabletten der Frischpflanzenverreibung "Teep" dreimal täglich als Anthelmintikum, sonst 3-4 Tabletten täglich.
Gegenanzeigen:
  • Bekannte Allergie auf Korbblütler
  • Schwangerschaft
Nebenwirkungen:
  • Schleimhautreizungen
  • Selten Kontaktdermatitis
  • Bei zu hoher Dosierung Vergiftungserscheinungen, wie
    • Erbrechen
    • Gastroenteritis
    • Klonisch-tonische Krämpfe
    • Beschleunigte Atmung
    • Unregelmäßige Herzfrequenz
    • Pupillenstarre
    • Uterusblutungen/ Fehlgeburten
    • Nierenschädigung
    • Leberschädigung
Wechselwirkungen:
  • Keine bekannt

* Volks- und Erfahrungsheilkunde
** Die Wirkung erschließt sich aus den Inhaltsstoffen der Pflanze.

Beispiele für Präparate, in denen Rainfarn vorkommt:

  • Keine bekannt

Rainfarn selber sammeln: 

Sammelorte:
  • In ganz Eurasien beheimatet
  • In staudenreichen Unkrautfluren
  • An Wegen, Schuttplätzen, Dämmen
  • Auf sommerwarmen, nicht zu trockenen, nährstoffreichen humosen Böden

    Diese Pflanzenart ist ein Kulturbegleiter und Gartenflüchtling.
  • Sammelzeit:
  • Juli bis August
  • Sammelgut:
  • Kraut und Blüten
  • Beispiele für eigene Zubereitungen:

    Nematoden unter dem Mikroskop

    Bild: © Daniel Strauch – Fotolia.com

    Klassisches Rezept gegen Madenwürmer (Oxyuren) und Fadenwürmer (Askariden)

    ACHTUNG! Vom Einsatz des Rainfarns wird in der heutigen Zeit eher abgeraten. Der Vollständigkeit halber wird hier dennoch ein Anwendungsbeispiel angegeben:

    Zubereitung:
    • 1 TL Rainfarnblüten mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen, morgens und abends 1 Tasse trinken. (Wem der heiße Aufguss zu bitter ist, kann auch eine Kaltauszug herstellen. Dazu die Blüten über Nacht im Wasser ausziehen lassen.) Die Kur sollte 3 Tage lang durchgeführt werden, Danach nimmt man ein Abführmittel ein.

    Um den Effekt zu verstärken, kann das Rezept mit folgenden Pflanzen erweitert werden:

     

    Recherche-Quellen:

    • Hiller, Karl; Metzig, Matthias F.: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Erster Band, Spektrum Akademischer Verlag; Heidelberg 2003
    • Hänsel, R.; Sticher, O.: Pharmakognosie – Phytopharmazie, 8. Auflage Springer Medizin Verlag Heidelberg 2007

    Internetseiten:

    • henriettes-herb.com/eclectic/madaus/tanacetum.html
    • https://de.wikipedia.org/wiki/Rainfarn
      https.//en.wikipedia.org/wiki/Tansy
    • www.wl.ch/heilpflanzen/tanacetum_vulgare/rainfarn.htm
    • buecher.heilpflanzen-welt.de/BGA-Kommission-E-Monographien/chrysanthemum-vulgare-rainfarn.htm

     

    Anja Alijah Flick (Heilpraktikerin)

    Atlaspraxis Flick – Blankeneser Landstr. 19 – 22587 Hamburg – Tel. 040 866488780 

    Print Friendly, PDF & Email
    Administration