Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

Dem Rosmarin wohnen viele Heilkräfte inne. Dennoch hat er für die Mittelmeer-Kulturen mehr Bedeutung als Kultpflanze gehabt. Erst spät wurde er für die Heilkunde entdeckt. Dennoch gelangte er im Gepäck kolonisierender Mönche über die Alpen war spätestens zur Zeit Karl des Großen fester Bestandteil der europäischen Heilkunde. Seither behauptet er dort seinen Platz und wird unter anderem erfolgreich bei Rheuma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und dyspeptischen Beschwerden eingesetzt. 

Synonyme:
  • Kranzkraut
  • Rosmarinus angustifolius, R. flexuosus, R. latifolius, R. laxiflorus, Salvia rosmarinus
Englischer Pflanzenname:
  • Rosemary
Pflanzenfamilie:
  • Lamiaceae (Lippenblütler)
Bezeichnung des
Arzneimittels:
  • Rosmarinus folium (Rosmarin-Blätter)
Anwendung:
  • Bluthochdruck*
  • Dyspeptische Beschwerden (innere Anwendung) [1]
  • Erschöpfungszustände*
  • Gedächtnisschwäche*
  • Gliederschmerzen*
  • Ischalgie*
  • Kopfschmerzen*
  • Kreislaufbeschwerden [1]
  • Migräne*
  • Rheumatische Erkrankungen [1]
  • Schwächezustände*
  • Schwindel*
  • Wundheilung (äußere Anwendung)*
Wirkung:
  • Antimikrobiell, schwach**
  • Antiviral**
  • Durchblutungsfördernd (hyperämisierend) - Bei äußerer Anwendung [1]
  • Gallenfluss-fördernd (cholekinetisch, choleretisch**
  • Krampflösend (spasmolytisch) [1]
  • Leberprotektiv**
  • Positiv inotrop (innerlich) [1]
  • Stimulierend (innerlich)
  • Tumorhemmend**
  • Wärmend (äußerlich bei kalten Händen und Füßen)**
Inhaltsstoffe:
  • 1,0-2,5% ätherisches Öl (1,8-Cineol, Campher)
  • Laminaceengerbstoffe (Rosmariensäure)
  • Diterpenphenole, bittere
Dosierung:
  • 4-6g Droge (innerlich)
  • 50g Droge auf ein Vollbad (äußerlich)
  • 6-10% ätherisches Öl in Zubereitungen
Gegenanzeigen:
  • Schwangerschaft
Nebenwirkungen:
  • Bei normaler Dosierung keine bekannt
  • Abends angewendet evtl. Schlafstörungen
Wechselwirkungen:
  • Keine bekannt

* Volks- und Erfahrungsheilkunde
** Die Wirkung erschließt sich aus den Inhaltsstoffen der Pflanze.

Ayurvedische Eigenschaften

Grundeigenschaften:Ölig
Geschmack:Scharf und bitter
Energetische Wirkung:Erhitzend
Wirkung auf Doshas:V- P+ K- Die Verdauungswirkung ist scharf.

Beispiele für Präparate in denen Rosmarin enthalten ist:

Phytotherapie:
  • Bonchialbalsam von Weleda
  • Cor-Vel Truw Salbe Gegen nervöse Herzbeschwerden
  • Melissengeist H Hofmann´s Zur Unterstützung der Verdauungsfunktion
  • Rosmarin Salbe von Weleda
  • Retterspitz äußerlich
  • Bei Gewebeschwellungen, Zerrungen, Entzündungen, Sportverletzungen, chron. Polyarthritis, Arthrose, Weichteilrheuma, Fibromyalgie, Hämatomen, Mastitis u. Milchstau
  • Retterspitz Muskelcreme Bei Sportverletzungen, Muskel-, Sehnen- u. Gelenkproblemen
Sonstige:
  • Mentholcreme Nr. 2 (Wellnessprodukt ohne medizinische Indikation) z.B. aus dem JetztGesundShop

Rosmarin selber sammeln: 

Sammelorte:
  • Rosmarin ist im Mittelmeerraum verbreitet, kann aber mit einigem Geschick auch bei uns angepflanzt und durch den Winter gebracht werden
Sammelzeit:
  • Mai – Juni, kurz vor und während der Blütezeit
Sammelgut:
  • Einzelne Blätter oder ganze Zweige

Interessantes über Rosmarin:

Beispiele für eigene Zubereitungen:

Relax time: sexy woman taking hot bubble bath in bathroom

Bild: © lordalea – Fotolia.com

Durchblutungsfördernder Badezusatz bei rheumatischen Beschwerden

  • 50g Rosmarin-Blätter mit 1 Liter heißem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen. (Wenn dem Wasser ein Schuss Vollmilch oder Sahne zugesetzt wird, werden noch mehr ätherische Öle gebunden und die Wirkung das Badezusatz wird leicht erhöht); den Badezusatz ins 37°C warme Badewasser zugeben und 10 bis 20 Minuten ein Bad darin nehmen

Klassischer Rosmarin-Wein zur Stärkung von Herz-Kreislauf

  • 20g frischen, klein gehackten Rosmarin in 1 Liter trockenem Weißwein 1 Woche ziehen lassen; danach Rosmarin aus dem Weißwein abseihen; täglich 1 Likörgläschen trinken
Grüntee

Bild: © rolfbrecht100 – Fotolia.com

Tee zur Stärkung von Herz-Kreislauf

  • 1 TL frischen, klein geschnittenen Rosmarin mit 150-200ml heißem Wasser übergießen; ca. 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen; abgießen; 3-4 mal täglich 1 Tasse davon trinken

4-Diebe-Essig

Europa wurde über viele Jahrhunderte immer wieder von der Pest heimgesucht. Der letzte Ausbruch begann 1720 im französischem Marseille. Eine Legende berichtet, dass 4 Diebe die vielen Pesttoten ausraubten, ohne sich anzustecken. Als man der Diebe habhaft wurde, versprach man ihnen die Freiheit. Als Gegenleistung mussten sie aber das Geheimnis ihrer Immunität preisgeben. Sie erzählten, dass sie Tücher mit einem speziellen Essig tränkten und diese als Schutz vor Mund und Nase trugen. Das Rezept blieb erhalten und wurde als “4-Diebe-Essig” bekannt. Hier geht es zum Rezept.

 

[1] Erscheinungsdatum Bundesanzeiger: 30.11.1985., Heftnummer: 223., ATC-Code: A16AY. Monographie BGA/BfArM (Kommission E)
buecher.heilpflanzen-welt.de/BGA-Kommission-E-Monographien/rosmarini-folium-rosmarinblaetter.htm

Recherche-Quellen:

  • Hiller, Karl; Metzig, Matthias F.: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Zweiter Band, Spektrum Akademischer Verlag; Heidelberg 2003
  • H.-H. Rhyner, B. Frohn: Heilpflanzen im Ayurveda, AT Verlag, Baden und München 2006
  • Hänsel, R.; Sticher, O.: Pharmakognosie – Phytopharmazie, 8. Auflage Springer Medizin Verlag Heidelberg 2007

Internetseiten:

  • www.henriettes-herb.com/eclectic/madaus/rosmarinus.html
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Rosmarin
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Pestessig
  • https://en.wikipedia.org/wiki/Rosemary
  • www.awl.ch/heilpflanzen/filipendula_ulmaria/maedesuess.htm

 

Anja Alijah Flick (Heilpraktikerin)

Atlaspraxis Flick – Blankeneser Landstr. 19 – 22587 Hamburg – Tel. 040 866488780 

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