Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)

 Kastanien

Wie die Rosskastanie zu ihrem Namen kam, darüber gibt es verschiedene Geschichten. Eine besagt, dass die türkischen Soldaten währen ihrer Besetzung in Südeuropa ihre erkrankten Pferde mit Kastanien fütterten. Die Kastanien sollen dabei besonders als auswurfförderndes Mittel eingesetzt worden sein. Viele Elemente findet man bis heute in der Volksheilkunde wieder…

Synonyme:

  • Weiße Rosskastanie, Judenkest, Pferdekastanie, Wilde Kastanie
  • Aesculus castanea, A. procera, Castanae equina, Hippocastanum vulgare

Pflanzenfamilie:

  • Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)

Bezeichnung des Arzneimittels:

  • Hippocastani cortex (Roßkastanienrinde) – Verwendung meist nur in der Technik (z.B. Gerbmittel)
  • Hippocastani flos (Roßkastanienblüten)
  • Hippocastani folium (Roßkastanienblätter)
  • Hippocastani oleum (Roßkastanienöl) – Verwendung als Speiseöl möglich; jedoch meist in der Seifenherstellung verwendet
  • Hippocastani semen (Roßkastaniensamen)

Anwendungsgebiete: 

Kastanien
  • Chronisch venöse Insuffizienz
  • Postthrombotisches Syndrom
  • Schweregefühl in den Beinen
  • Wadenkrämpfe aufgrund chronisch venöser Insuffizienz

  • Hämatomresorption*
  • Frostbeulen*
  • Präventivmaßnahme bei langen Flugreisen*
  • Schmerzsyndrom der Wirbelsäule*
  • Weichteilschwellungen, posttraumatische und postoperative*
Kastanien-Blüten
  • Gicht*
  • Rheuma*
  • Tonikum*
Kastanien-Blätter
  • Beinvenenthrombose*
  • Hämorrhoiden*
  • Varizen*
  • Venenentzündung*
  • Venöser Ulcus*

Kastaniensamen: Erscheinungsdatum Bundesanzeiger: 15.4.1994., Heftnummer: 71., ATC-Code: C05CX.; Monographie BGA/BfArM (Kommission E)

Kastanienblüten & -rinde: Erscheinungsdatum Bundesanzeiger: 25.11.1993., Heftnummer: 221.; Monographie BGA/BfArM (Kommission E)

Kastanienblätter: Erscheinungsdatum Bundesanzeiger: 14.7.1993., Heftnummer: 128., ATC-Code: C05CX.; Gesamt-Bewertung: NEGATIV.; Monographie BGA/BfArM (Kommission E)

Erfahrungsheilkunde*

Wirkungen:

Wirkungen

Samen

Blüten

Blätter

Rinde

Adstringierend (zusammenziehend)

X

X

X

X

Antiexsudativ

X

(X)

Antiphlogistisch (entzündungshemmend)

X

(X)

Antithrombotisch (verhindert Bildung von Thrombosen)

X

(X)

(X)

(X)

Blutflussgeschwindigkeit wird erhöht

X

(X)

(X)

(X)

Gewebeentwässernd

X

(X)

Ödemhemmend

X

X

(X)

Schwellungshemmend

X

(X)

(X)

(X)

Tonisierend auf die Venen

X

(X)

Venöser Rückfluss wird gefördert

X

(X)

Inhaltsstoffe:

Inhalsstoffe

Samen

Blüten

Blätter

Rinde

Adenosin

X

Bitterstoffe

X

Cumarinderivate Aesculin

X

X

X

Aesculetin

X

X

Fraxin

X

X

Flavonoide Kämpferol

X

X

X

Quercetin

X

X

Rutin

X

Gerbstoffe

Catechin-gerbstoffe

X

X

Harz

X

Kaffeesäurederivate

X

Phytosterine

X

Proanthozyanidine Catechin

X

Leukoanthocyane

X

Purine

X

Sterole (Sitosterol)

X

Triterpensaponine (Aescin o. Escin)

3 – 10% mit mehr als 30 versch. Saponinglykosiden

X

X

X

Tagesdosis

  • 100 mg Aescin (entsprechend 2 x täglich 250 – 312,5 mg Extrakt in retardierender Darreichungsform)
Gegenanzeigen
  • Keine bekannt
Nebenwirkungen
  • Kastaniensamen: Bei innerer Anwendung in Einzelfällen Juckreiz, Übelkeit und Magenbeschwerden. Daher wird die Einnahme nach dem Essen empfohlen.
Wechselwirkungen
  • Keine bekannt

Beispiele für Präparate, in denen Rosskastanie vorkommt:

Phytotherapie:

Homöopathie:

  • Sonnenhell Urtinktur Rosskastanie Hilft neue Wege zu erschließen und alte verschüttete Pfade und schmale Wege wieder zu aktivieren. Im Körper wirkt sie besonders auf die Venen (Krampfadern, Hämorrhoiden) und das Bindegewebe. Spezialgebiete der Sonnenhell-Urtrinktur Rosskastanie: zu wenig Disziplin (oft gerade bei Zucker)

Rosskastanie selber sammeln: 

Sammelorte:
  • Parkanlagen
  • Waldränder
Sammelgut/ Sammelzeit:
  • Blüten: April bis Mai (je nach Standort teilweise auch Juni)
  • Blätter: April bis September
  • Kastanien: September bis Oktober

Beispiele für eigene Zubereitungen:

Florasole

Rosskastanien-Tinktur

Zutaten:

  • 7 Kastanienfrüchte
  • (Zusätzlich 2 Kastanienblätter, wenn die Tinktur ausschließlich für den äußerlichen Gebrauch gedacht ist. Die Blätter sollten noch nicht angewelkt sein und keine braunen Flecken haben)
  • ca. 150 ml Alkohol (38 – 40%) z.B. Obstler

Zubereitung:

  1. Frische Kastaniensamen in kleine Stücke schneiden (man kann auch schälen, aber das ist sehr mühsam und eigentlich nicht nötig)
  2. Kastanienstücke in ein Glas füllen (groß genug, dass die Kastanienstücke max. die Hälfte des Glases füllen)
  3. Alkohol über die Kastanien gießen, biss diese vollständig bedeckt sind und das Glas luftdicht verschließen
  4. Ansatz ca. 2 Wochen auf der warmen Fensterbank verschlossen stehen lassen und gelegentlich schütteln
  5. Nach Ablauf der Zeit Kastanienstücke herausfiltern
  6. Fertige Tinktur in dunkle Fläschchen abfüllen, verschließen, etikettieren und an einem dunklen, kühlen Ort aufbewahren (hält mind. 1 Jahr)

Anwendung:

Innerlich:

  • 2 – 3 x täglich 5 – 10 Tropfen mit etwas Wasser zusammen einnehmen

Äußerlich:

  • Pur als Einreibung für müde Beine und bei Krampfadern (Wenn man die Tinktur ausschließlich dafür verwendet, sollte man noch einige Tropfen Rizinusöl für die Rückfettung dazugeben.)
  • Für Waschungen und Kompressen: ca. 15 – 20 Tropfen in 1 Liter Wasser
  • Als Rosskastanien-Creme 

Daumen hoch Fotolia

Rosskastanien-Venengel

Zutaten:

  • 20 ml Rosskastanien-Tinktur (siehe oben)
  • 80 ml abgekochtes Wasser (kalt)
  • 1 TL Gelbildner (Bekommt man in der Apotheke)
  • 2 Tropfen ätherisches Rosmarinöl

Zubereitung:

  1. Beide Flüssigkeiten in einem Gefäß mit einander vermischen (Das Gefäß muß gruß genug sein, dass man mit einem kleinen Schneebesen darin hantieren kann)
  2. Gelbildner über das Tinktur-Wassergemisch streuen und mit einem kleinen Schneebesen verrühren, bis alles gleichmäßig gelöst und verteilt ist
  3. Das ätherische Öl untermischen
  4. Fertiges Venengel in ein verschließbares Gefäß füllen, etikettieren und im Kühlschrank aufbewahren (Haltbarkeit mind. 3 Monate)

Anwendung bei:

  • Blutergüssen
  • Krampfadern
  • Schmerzeden und müden Beinen
  • Schwellungen an den Gelenken

Hustentee aus Rosskastanien-Blüten

Tee oder Kaffee

Zutaten:

  • 1/2 TL getrocknete Blüten von der Rosskastanie (bei frischen Blüten 1 TL)
  • 200 ml heißes Wasser

Zubereitung/ Anwendung:

  • Blüten mit dem heißen Wasser übergießen und zugedeckt  5 Minuten ziehen lassen, bei Bedarf mit Honig süßen;  2-3 Tassen täglich trinken

 

Anja Alijah Flick (Heilpraktikerin)

JetztGesundAtlaspraxis Flick - Blankeneser Landstr. 19 – 22587 Hamburg – Tel. 040 866488780 

 

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