Eberesche (Sorbus aucuparia)

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Bild: © Anja Alijah Flick

Die Eberesche ist eng verbunden mit Mythen und Glauben der alten Völker verbunden. Bei den Germanen war sie dem Gewittergott Donar geweiht. Dies wird in einigen Gegenden daran deutlich, dass es zur Walpurgisnacht üblich ist Zweige der Eberesche über Haus- und Stalltür zu stecken, um Drachen und Blitze fernzuhalten.

Ihrem Beinamen Vogelbeere mach die Eberesche alle Ehre. Die nahrhaften Früchte ziehen im Spätsommer und Herbst Vögel magisch an. Dies nutzte man aus, um Vögel zu fangen. Im Lateinischen Artnamen „aucuparia“  (vogelstellen) wird dies deutlich.

In der Heilkunde der alten Völker nutze man allem den hohen Vitamin C-Gehalt der Ebereschen-Beeren. Auch die für alle Rosengewächse typischen Gerbstoffe machte man sich gegen Durchfall zu nutze. Die heutige Medizin gibt das in den Beeren enthaltene Sorbit intravenös, um bei Glaukomen den Augeninnendruck zu senken. 

Synonyme:
  • Vogelbeerbaum, Vogelbeere, Mährische Eberesche
  • Aucuparia sylvestris, Mespilus aucuparia, Pirus aucuparia, Pyrus aucuparia
Pflanzenfamilie:
  • Rosengewächse (Rosaceae)
Bezeichnung des
Arzneimittels:
  • Sorbi aucupariae fructus (Ebereschenbeeren)
Anwendung:
  • Diabetes*
  • Durchfall*
  • Grippale Infekte*
  • Nierenerkrankungen*
  • Rheumatische Erkrankungen*
Wirkung:
  • Adstringierend (Zusammenziehend)**
  • Antibakteriell [1]
  • Auswurffördernd, mild (Expektorierend)**
  • Harntreibend, mild (diuretisch)**
Inhaltsstoffe:
  • Ascorbinsäure (0,06 - 0,13 % in nicht-bitteren Früchten; 0,03 - 0,045 % in bitteren Früchten)
  • Parasorbinsäure (0,04 %) - wird beim Trocknungsprozess und unter Hitze zu Sorbinsäure abgebaut
  • Cyanogene Verbindungen
  • Zucker (ca. 11 % Saccharose)
  • Sorbit (ca. 11 %) [2]
Dosierung:
  • Nicht festgesetzt
Gegenanzeigen:
  • Keine bekannt
Nebenwirkungen:
  • Bei Einnahme frischer Früchte kann Parasorbinsäure die Schleimhäute reizen und zu Nierenreizung und Gastroenteritis führen.
Wechselwirkungen:
  • Keine bekannt

* Volks- und Erfahrungsheilkunde
** Die Wirkung erschließt sich aus den Inhaltsstoffen der Pflanze.

Für Eberesche/ -zubereitungen wurde eine Wirkung wissenschaftlich bisher erwiesen gegen:
  • Bacillus cereus (wässriger & ethanolischer Auszug frischer oder getrockneter Ebereschenbeeren) [1]
  • Pseudomonas aeruginosa (wässriger & ethanolischer Auszug von frischen Ebereschenbeeren) [1]
  • Staphylococcus aureus (wässriger & ethanolischer Auszug frischer oder getrockneter Ebereschenbeeren) [1]

Beispiele für Präparate, in denen Eberesche vorkommt:

  • Keine bekannt

Eberesche selber sammeln: 

Sammelorte:
  • Parkanlagen
  • Waldränder
  • Streuobstwiesen
  • Feldränder, Hecken und Knicks
  • Sammelzeit:
  • August bis Oktober
  • Sammelgut:
  • Reife Beeren
  • Interessantes rund um die Eberesche:

    • Wie viele andere Pflanzen, so wurde auch die Eberesche früher gern als Schutz- und Zauberpflanze benutzt und dem entsprechend Planeten, Sternzeichen und Göttern zugeordnet:
    Planet:
    • Sonne, Jupiter
    Element:
    • Feuer
    Götter/ Magische Kraft bei alten Kulturen:Die Eberesche war bei den alten Völkern ein begehrtes Holz für Wünschelruten, Zauberstäbe und Runenhölzer. Generell wurde sie mit den Atributen Schutz, Magie und Heilung in Verbindung gebracht. Geweiht war sie:
  • Bei den Germanen Thor/ Donar
  • Bei den Kelten Brigidh
  • Beispiele für eigene Zubereitungen:

    Tee oder Kaffee

    Bild: © Kanea – Fotolia.com

    JG-Tee bei Nierensteinen (Nephrolithiasis)

    ZutatenZubereitung:
    1. 1 TL der Mischung 250 ml heißem Wassert übergießen
    2. 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen
    Einnahme
    • 3 x tgl. je eine Tasse trinken

    Tee gegen Durchfall (Rezept der Volks- u. Erfahrungsheilkunde)

    • 1 EL getrocknete, zerkleinerte Beeren mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und bis zu 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen; abseihen und 2 x tgl. eine Tasse trinken
    Bild: © Schlierner – Fotolia.com

    Bild: © Schlierner – Fotolia.com

    Klassische Ebereschen-Tinktur bei Chronischem Glaukom

    Die Ebereschen-Beeren enthalten mit 11% einen recht hohen Anteil an Sorbit. Dieses wird in der Augenheilkunde bei chronischem Glaukom genutzt, um den Augeninnendruck zu senken. Der Einsatz von Ebereschen-Tinktur bei chronischem Glaukom orientiert sich an der unter [2] erwähnten Studie. Die Form der Einnahme ist unabhängig davon und geht auf Erfahrung in unserer Atlaspraxis zurück.

    • Frische Ebereschen-Beeren (am besten nach dem Frost geerntet) in ein Glas geben und soweit mit 40%igem Alkohol auffüllen, dass die Beeren bedeckt sind; 4 Wochen ziehen lassen, abseihen und die fertige Tinktur in dunkle Fläschchen abfüllen

    Im Bedarfsfall: 3 x tgl. 20 Tropfen einnehmen (ggf. auch die Schläfen damit einreiben)

    Eberesche in der Küche

    Marmelade in Gläsern

    Bild: © Markus Mainka – Fotolia.com

    Eberesche ist eine Wunderbare Zutat in der Küche. Im Netz finden sich zahlreiche Rezepte, wie z.B.

     

    [1] Inga Liepiņa, Vizma Nikolajeva, Ida Jākobsone: Antimicrobial activity of extracts from fruits of Aronia melanocarpa and Sorbus aucuparia.; Environmental and Experimental Biology (2013) 11: 195–199; eeb.lu.lv/EEB/201312/EEB_11_Liepina.pdf

    [2] Bereits 1938 wurde beschrieben, wie die intravenöse Gabe von Sorbitol bei Glaukomen den Augeninnendruck senken kann. John Bellows, M.D.; Irving Puntenney, M.D.; Jack Cowen, M.D.: Use of Sorbitoal in Glaucoma.; Arch Ophthalmol. 1938;20(6):1036-1043. doi:10.1001/archopht.1938.00850240152010

    Recherche-Quellen:

    • Hiller, Karl; Metzig, Matthias F.: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Zweiter Band, Spektrum Akademischer Verlag; Heidelberg 2003
    • H.-H. Rhyner, B. Frohn: Heilpflanzen im Ayurveda, AT Verlag, Baden und München 2006
    • Hänsel, R.; Sticher, O.: Pharmakognosie – Phytopharmazie, 8. Auflage Springer Medizin Verlag Heidelberg 2007
    • Magister Botanicus: Magisches Kreutherkompendium, Die Sanduhr, Fachverlag für altes Wissen, 2. überarbeitete und ergänzte Auflage 1995

    Internetseiten:

    • www.henriettes-herb.com/eclectic/madaus/sorbus.html
    • https://de.wikipedia.org/wiki/Vogelbeere
    • buecher.heilpflanzen-welt.de/BGA-Kommission-E-Monographien/sorbi-aucupariae-fructus-ebereschenbeeren.htm

     

     

    Anja Alijah Flick (Heilpraktikerin)

    Atlaspraxis Flick – Blankeneser Landstr. 19 – 22587 Hamburg – Tel. 040 866488780 

     

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