Granatapfel (Punica granatum)

GernotFlick201508091246

Granatapfel-Blüte

Der Granatapfel soll schon im Garten Eden beheimatet gewesen sein. Kein Wunder also, dass er zu den ältesten Kultur- und Gesundheitsfrüchten der Menschheit gehört. Er inspirierte die antiken Völker Kleinasiens und des Mittelmeerraumes. Er floss in Mythen und Poesie des antiken Griechenland genauso ein, wie in die Bibel und den Koran. Im Orient gilt die „Frucht des Paradieses“ noch heute als Symbol für Unsterblichkeit und Fruchtbarkeit. Im Mittelalter schmückte er zahlreiche europäische Ärztewappen, denn unter den heilenden Nahrungsmittel nimmt er die Stellung eines echten Superfood ein. Er enthält wesentlich mehr antioxidative Schutzstoffe als Rotwein, Grüntee, Cranberry, Blaubeer-, Noni- oder Orangensaft und hat eine 3 – 4 x höhere antioxidative Kraft, als Rotwein und Grüntee. Aus diesem Grund wurde Granatapfelsaft in den USA zum „Gesundheitssaft des Jahrzehntes“ gekürt.
Doch nicht nur der leckere Granatapfel kann zu Heilzwecken verwendet werden. Auch Rinde und Blüten des Granatbaumes enthalten Heilkräfte, die z.B. traditionell bei Diabetes, Darmparasiten und Blutungen eingesetzt wurden. 

Synonyme:
  • Granatbaum, Grenadine, Paradiesapfel
  • Granatum punicum, Punica florida, P. multiflora, P. nana, P. spinosa
Pflanzenfamilie:
  • Lythraceae (Weiderichgewächse)

Granatrinde
(Granati cortex)

& Granatwurzelrinde
(Granati radicis cortex)
Anwendungsgebiete:
  • Amöbenruhr*
  • Band- & Spulwürmer*
  • Blutungen, kleinere (äußerliche Anwendung)*
Wirkung:
  • Adstringierend
  • Anthelminthisch
  • Blutstillend
  • Neurotoxisch
Inhaltsstoffe:
  • Gerbstoffe, 20% (Ellagitannine)
  • Alkaloide, 0,4% (sopelletierin)
  • Terpenoide
  • β-Sitosterol
  • Betulinsäure
Granatapfelschalen
(Pericarpium Granati)
Anwendungsgebiete:
  • Aphten*
  • Blutungen, kleinere (äußerliche Anwendung)*
  • Darminfektionen*
  • Durchfall*
  • Halsinfekte*
  • Parodontose*
Wirkung:
  • Adstringierend
  • Anthelminthisch
  • Antibakteriell
  • Anti-Malaria-Wirk.
  • Antioxidativ
  • Blutstillend
Inhaltsstoffe:
  • Gerbstoffe (28%) (Ellagitannine)
  • Anthocyanidine (zuckerfrei)
  • Schleimstoffe
  • Harze
  • Pelletrierin, Spuren
Granatblüten
(Flores Granati)
Anwendungsgebiete:
  • Diabetes*
Wirkung:
  • Antidiabetogen
  • Adstringierend
  • Blutstillend
Inhaltsstoffe:
  • Gerbstoffe
  • Phenolsäure (Ellagsäure)
  • Triterpene (Ursolsäure, Maslinsäure, Asiatsäure)
Granatapfel-Samen
(Semen Granati)
Anwendungsgebiete:
  • Empfängnisverhütung*
  • Menopause*
Wirkung:
  • Antiarteriosklerotisch [2]
  • Anticancerogen
  • Antioxidativ
  • Antiphlogistisch (entzündungshemmend)
Inhaltsstoffe:
  • Phenolsäure (Ellagsäure)
  • Linolensäure (Punicinsäure)
  • evtl. Estradiol, Testosteron, Estriol
Fruchtsaft/
Mark
Anwendungsgebiete:
  • Arteriosklerose*
  • Arthrose*
  • Bluthochdruck*
  • Bluttonikum*
  • Entzündungen*
  • Grauer Star (Vorbeugung)*
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen*
  • Krebs [1]
  • Makuladegeneration (Vorbeugung)*
Wirkung:
  • Antiarteriosklerotisch [2]
  • Anticancerogen
  • Antiöstrogen
  • Antioxidativ [3]
  • Antiphlogistisch (entzündungshemmend)
  • Antiviral [4]
Inhaltsstoffe:
  • Gerbstoffe (Ellagitannine)
  • Phenolsäuren
    (Kaffeesäure, Ellagsaäure)
  • Flavonoide (z. B. Quercetin, Rutin, Kaempferol) & Anthocyane
  • Katechine

* Volks- und Erfahrungsheilkunde
** Die Wirkung erschließt sich aus den Inhaltsstoffen der Pflanze.

Dosierung für Granatapfel: 

  • Granatrinde: 5-20 g 
  • Granatapfelsaft: Derzeit empfohlene therapeutische Dosis 250 ml pro Tag (Dieser muss 100% sein, d.h. er darf nicht aus Rückverdünntem Konzentrat hergestellt sein.)
Gegenanzeigen
  • Für Granatbaumrinde & -wurelrinde: Frauen mit Kinderwunsch & Schwangerschaft
Nebenwirkungen
  • Granatapfelsaft & Granatapfelextrakt: Keine bekannt
  • Granatbaumrinde & -wurelrinde: Der starken Gerbsäuregehalt und die Alkaloide können gesundheitliche Probleme auslösen. Ab einer Dosis von 80 g kann es zu Erbrechen, später zu Sehstörungen, Schwindel, Schüttelfrost, Kollaps und eventuell zum Tod durch Atemlähmung kommen.
Wechselwirkungen
  • Es wäre möglich, dass konzentrierte Granatapfelinhaltsstoffe die Wirkung – insbesondere den Abbau anderer Arzneimittel – verändert. Dies ist noch nicht hinreichend untersucht, voraussichtlich sind die Effekte jedoch gering.

Beispiele für Präparate, in denen Granatapfel vorkommt:

Phytotherapie:
  • Crosmin® Granatapfel, Kapseln: Zur Unterstützung der gesunden Abwehrkräfte
  • Dr. Jacob's Granatapfel-Elixier

Granatapfel sammeln:

Verbreitung/ Sammelorte:Der Granatapfels kommt natürlich im südwestlichen Asien von Nordwestindien bis Kleinasien und im Mittelmeerraum vor. Kultiviert heutzutage in fast allen Gebieten mit warmem Klima.
Sammelgut/ Sammelzeit:Granatrinde: September bis Februar
Granatwurzelrinde: September bis Februar
Granatblüten: März und Juli
Granatäpfel: September bis Dezember

Interessantes rund um den Granatapfel:

  • Aus der Schale des Granatapfels lässt sich eine gelb-bräunliche Naturfarbe herstellen, die traditionell zum Färben von Orientteppichen verwendet wurde

Granatapfel in der Bibel:

Um kaum eine andere Frucht ranken sich so viele Mythen und Geschichten wie um den Granatapfel. Auch in der Bibel wird der Granatapfel öfter erwähnt. Man sagt, dass im Granatapfel 613 Kerne stecken, genauso viel, wie das Alte Testament Gesetze enthält.

Granatäpfel waren Teil des liturgische Gewand des Hohepriesters der Israeliten. Die Anfertigung dieses Gewandes soll Gott den Israeliten befohlen haben soll:

Und unten an seinem Saum sollst du Granatäpfel machen aus blauem und rotem Purpur und Scharlach ringsherum und zwischen sie goldene Schellen auch ringsherum, dass eine goldene Schelle sei, danach ein Granatapfel und wieder eine goldene Schelle und wieder ein Granatapfel ringsherum an dem Saum des Obergewandes. Und Aaron soll es anhaben, wenn er dient, dass man seinen Klang höre, wenn er hineingeht ins Heiligtum vor den HERRN und wieder herauskommt; so wird er nicht sterben. 2 Mos 28,33f. Lut

Im Hohelied Salomos wird der Granatapfel mehrere Male verwendet, um die Schönheit einer Frau poetisch zu untermalen:

Deine Lippen sind wie eine scharlachfarbene Schnur, und dein Mund ist lieblich. Deine Schläfen sind hinter deinem Schleier wie eine Scheibe vom Granatapfel.
Das Hohelied des Salomo 4, 3

Du bist gewachsen wie ein Lustgarten von Granatäpfeln mit edlen Früchten, Zyperblumen mit Narden, Narde und Safran, Kalmus und Zimt, mit allerlei Weihrauchsträuchern,
Myrrhe und Aloe, mit allen feinen Gewürzen. Das Hohelied des Salomo 4, 13-14

Beispiele für eigene Zubereitungen:

Bild: © Kanea - Fotolia.com

Bild: © Kanea – Fotolia.com

Klassischer Tee aus Granatapfelschalen

  • 2 TL getrocknete Granatapfelschale mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 5 – 8 Minuten ziehen lassen; abseihen und 1 – 2 Tassen täglich trinken

Einsatz bei:

  • Aphten (äußerlich mit dem abgekühlten Tee betupfen)
  • Blutungen, kleinere (äußerlich für Wundwaschungen und Wickel)
  • Darminfektionen
  • Durchfall
  • Halsinfekte (zum Gurgeln)
  • Parodontose (für Mundspülungen)

Klassisches Wurmmittel aus Granatrinde (nach Madaus)

  • 60 g Granatbaumrinde
  • 300 ml destilliertes Wasser
  • 2 ml Wurmfarn-Extrakt

Zubereitung:

  1. Die zerkleinerte Granatbaumrinde für 24 Stunden in 300 ml destilliertem Wasser kalt ausziehen.
  2. Ansatz nach 24 Stunden kurz aufkochen lassen
  3. Abseihen und erkalten lassen
  4. 150 ml der Abkochung entnehmen und mit 2 ml Wurmfarn-Extrakt versetzen

Einnahme:

  • Vorbereitend sollte abends Heringssalat, morgens schwarzer, stark gesüßter Kaffee eingenomen werden. 
  • Dann 3 x tgl. 50 ml des Granatapfel-Wurmfarn-Mittels einnehmen (Wenn 2-3 Stunden nach der jeweiligen Einnahme kein Stuhlgang erfolgt ist, sollte ein salinisches Abführmittel, wie z.B. Glaubersalz, gegeben werden.

Granatapfelsaft selber machen

Schon ¼ Liter Granatapfelsaft täglich reicht aus, um von der Heilwirkung des Granatapfels zu profitieren. Das perfekte Gerät, um sich selbst Granatapfelsaft herzustellen, ist die Z-Star Hand-Saftpresse, denn damit lässt sich ein Saft in Rohkost-Qualität erzeugen. Für einen gesunden Granatapfelsaft einfach die Kerne und ein wenig von den feinen Häuten im Inneren der Beere in den Entsafter geben und auspressen.

Granatapfel in der Küche

Kaffee, Espresso, Latte Macchiato

Bild: © awarts – Fotolia.com

Eine gesunde, basische und trendige Art Kaffee zu genießen ist Chi-Cafe balance! Er besteht aus der harmonischen Komposition von löslichem Kaffee, natürlichen präbiotischen Akazienfaser-Ballaststoffen, Magnesium, Calcium sowie Antioxidantien aus grünem Kaffee, Guarana, Granatapfel, Ginseng und Kakao. Man kann Chi-Cafe normal genießen oder mal anders. Ein paar Anregungen dazu finden sich in unserem Beitrag „Chi-Cafe – Gesunder basischer Kaffeegenuss“.

 

[1] Quelle: Dr. Jacobs Institut „In einer klinischen Studie mit 48 Prostatakrebs-Patienten zeigte sich u. a. eine Vervierfachung der PSA-Verdoppelungszeit. Neueste Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Granatapfelpolyphenole auch im schwer therapierbaren, hormonrefraktären Stadium des Prostatakarzinoms wirksam sein könnten, indem sie dort die Überexpression des Androgenrezeptors und Androgen-synthetisierender Enzyme deutlich drosseln. Andere Studien wiesen dem Granatapfelsaft eine ausgeprägte wachstumshemmende Wirkung gegen Lungen-, Darm-, Haut- und Brustkrebs nach….In der Krebshemmung zeigen Granatapfelsaft und fermentierte Granatapfelsaftpolyphenole eine deutlich höhere Wirksamkeit als isolierte Verbindungen wie Punicalagin, Ellagsäure oder handelsüblichen tanninreichen Granatapfel-Extrakte. Durch die Fermentation scheint sich Bioverfügbarkeit und Bioaktivität der Granatapfel-Polyphenole zu verbessern.“

[2] Quelle: Dr. Jacobs Institut „Eine randomisierte Doppelblind-Studie wurde 2005 im renommierten Journal of Cardiology von Sumner und Kollegen veröffentlicht. Bei 45 Personen mit fortschreitender Koronarer Herzkrankheit, die 3 Monate lang täglich 240 ml Granatapfelsaft (aus Konzentrat) tranken, verbesserte sich unter Belastung die Durchblutung des Herzmuskels in der Myokardszintigraphie um 17%, während er sich in der Kontrollgruppe um 18% verschlechterte. Die Anzahl der Angina Pectoris Anfälle halbierte sich.“

[3] Granatapfelsaft enthält wesentlich mehr antioxidative Schutzstoffe als Rotwein, Grüntee, Cranberry, Blaubeer-, Noni- oder Orangensaft und hat eine 3 – 4 x höhere antioxidative Kraft, als Rotwein und Grüntee.

[4] Verhindert die Bindung und den Eintritt von HIV-1 Viren in CD4- und CXCR4/CCR5-Helferzellen

Recherche-Quellen:

  • Hiller, Karl; Metzig, Matthias F.: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Zweiter Band, Spektrum Akademischer Verlag; Heidelberg 2003
  • Hänsel, R.; Sticher, O.: Pharmakognosie – Phytopharmazie, 8. Auflage Springer Medizin Verlag Heidelberg 2007

Internetseiten:

  • www.henriettes-herb.com/eclectic/madaus/punica.html
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Granatapfel

 

Anja Alijah Flick (Heilpraktikerin)

Atlaspraxis Flick – Blankeneser Landstr. 19 – 22587 Hamburg – Tel. 040 866488780 

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