Indische Flohsamen (Plantago ovata)

Indischer Flohsamen, Plantaginis ovatae semen

Bild: © Heike Rau – Fotolia.com

Bei Flohsamen handelt es sich um die Samen von Pflanzen aus der Familie der Wegerichgewächsen, zu denen auch Spitzwegerich und Breitwegerich gehören. Flohsamen wurden bereits von den Ärzten des Altertums eingesetzt und geschätzt. Dank ihres hohen Quellvermögens sind Flohsamen in der Lage Beschwerden im Magen-Darm-Bereich sanft zu kurieren.

Auch in der heutigen Zeit nehmen Flohsamen einen verdienten Platz unter den Heilpflanzen ein, da sie hilfreich bei der Regulation von Übergewicht, Blutzucker und Cholesterin sind. 

Synonyme:
  • Flohsamen, Indisches Psyllium, Flohkraut, Heusamen, Indischer Wegerich, Sandwegerich
  • Plantago brunnea, P. decumbens, P. fastigiata, P. gooddingii, P. insularis, P. ispagula, P. lanata, P. leiocephala, P. microcephala, P. minima, P. trichophylla, P. villosa
Pflanzenfamilie:
  • Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Bezeichnung des
Arzneimittels:
  • Plantaginis ovatae semen (Indische Flohsamen)
  • Plantaginis ovatae testa (Indische Flohsamenschalen)
Anwendung:Innerlich
  • Habituelle Obstipation [1] [2]
  • Erkrankungen, bei denen eine erleichterte Darmentleerung mit weichem Stuhl erwünscht ist (z. B. Analfissuren, Hämorrhoiden, nach rektal-analen operativen Eingriffen, Schwangerschaft) [1]
  • Unterstützende Therapie bei Durchfällen unterschiedlicher Ursache
  • Reizdarm [1] [2]
  • Entzündungen der Schleimhäute im Bereich des Gastro-Intestinal- und des Uro-Genital-Traktes*
Äußerlich
  • Furunkulose*
  • Schmerzlinderung bei Gicht und Rheuma*
Wirkung:
  • Antibiotisch, leicht (Aucubin)
  • Darmperistaltik-regulierend
    • Bei Diarrhoe (Durchfall): Durch Wasserbindung verlängert sich die Transitzeit des Darminhalts, was eine durchfallstillende Wirkung hat. [1] [2]
    • Bei Obstipation (Verstopfung): Flohsamen quellen auf und bewirken so eine Zunahme des Stuhlvolumens. Dadurch verkürzt sich die Transitzeit des Darminhaltes. Der Stuhl wird weicherer und der Darm wird zur Stuhlentleerung angeregt. [1] [2]
  • Senkung des Serum-Cholesterol-Spiegels
  • Quellungszahl der Flohsamenschalen: ca. 40!
  • Quellungszahl der Flohsamen: ca. 9
Inhaltsstoffe:
  • 20 bis 30 % Schleimstoffe/ Schleimploysaccharide (in der Epidermis der Samenschale) - als weit verzweigtes Arabinoxylan mit folgenden Bausteinen:
    • Xylose
    • Arabinose
    • Rhamnose
    • Galacturonsäure
    • 4-O-Methylglucuronsäure
  • Ca. 5 % Fettes Öl
  • 0,21 % Aucubin (antibiotisch!)
  • Stärke
Dosierung:
  • Flohsamen: 12 - 40 g
  • Flohsamenschalen: 4 - 20 g
Gegenanzeigen
  • Krankhafte Verengungen von Speiseröhre und Magen-Darm-Trakt
  • Darmverschluss
  • Schwer einstellbarer Diabetes mellitus


  • Liegen Entzündungen des Magen-Darm-Trakts vor, kann eine Verstopfung unter Umständen verstärkt werden. Bei Patienten mit Neigung zu Schluckbeschwerden sollte eine vorherige Rücksprache mit einem Arzt erfolgen, da durch die quellenden Eigenschaften von Flohsamen eine Einnahme Schwierigkeiten bereiten kann.
Nebenwirkungen
  • In Einzelfällen können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten.
Wechselwirkungen
  • Die Resorption von gleichzeitig eingenommenen Medikamenten kann verzögert werden.
  • Bei insulinpflichtigen Diabetikern kann eine Reduzierung der Insulindosis erforderlich sein.

* Volks- und Erfahrungsheilkunde
** Die Wirkung erschließt sich aus den Inhaltsstoffen der Pflanze.

Beispiele für Präparate, in denen Flohsamen vorkommen:

  • Phytotherapie:
  • PASCOMUCIL® Pulver: Bei chron. Verstopfung und Erkrankungen, bei denen eine erleichterte Darmentleerung mit weichem Stuhl erwünscht ist, z. B. bei schmerzh. Stuhlgang nach Rektal- u. Anal-OPs, b. Analfissuren od. Hämorrhoiden u. in der Schwangerschaft.

Flohsamen selber sammeln: 

Flohsamen kommen von den Kanarischen Inseln über Madeira bis Spanien, den afrikanischen Mittelmeerländern, auf der arabische Halbinsel, Vorderasien bis Afghanistan, Pakistan und Indien vor. Verwildert finden sich auch Vorkommen im westlichen Teil Nordamerikas.

Interessantes rund um Flohsamen:

  • Flohsamen kommen auch in Europa vor. Die europäische Art wird lateinisch als Plantago afra oder Plantago psyllium bezeichnet. Die im Handel erhältliche Ware stammt aber meist aus Indien, weil das Quellvermögen der Indischen Flohsamen doppelt so hoch ist. Daher wird meist von Indischen Flohsamen gesprochen.
  • Flohsamen haben ihren Namen, weil sie in Form und Farbe an Flöhe erinnern.

Beispiele für eigene Zubereitungen:

Tee oder Kaffee

Bild: © Kanea – Fotolia.com

 Flohsamen bei Durchfall und Verstopfung

  • 1 Teil Flohsamen/ -schalen zusammen mit 10 Teilen Wasser einnehmen. Die Flohsamen/-schalen sollen im Darm quellen sind also zügig einzunehmen

Als Flüssigkeit sollte stets Wasser verwendet werden. Auf keinem Fall sollte man Milch verwenden, weil die Quellung der Flohsamen sonst verhindert wird.

  • Bei Diarrhoe (Durchfall): Durch Wasserbindung verlängert sich die Transitzeit des Darminhalts, was eine durchfallstillende Wirkung hat.
  • Bei Obstipation (Verstopfung): Flohsamen quellen auf und bewirken so eine Zunahme des Stuhlvolumens. Dadurch verkürzt sich die Transitzeit des Darminhaltes. Der Stuhl wird weicherer und der Darm wird zur Stuhlentleerung angeregt.

Flohsamen gegen Übergewicht, erhöhten Cholesterin- und Blutzucker-Werten 

Da Flohsamen/ -schalen stark aufquellen können sie eine schnelle Sättigung herbeiführen. Daneben saugen sie Stoffwechselgifte auf und regen die Darmreinigung an. Da auch der Blutzucker und das Cholesterin positiv beeinflusst werden, können Flohsamen/ -schalen helfen zu einem gesünderen Essverhalten zurückzufinden.

Das Geniale ist, dass Flohsamen/ -schalen, anders als andere Ballast- und Quellstoffe, nicht in kalorienreiche Kohlenhydrate umgewandelt werden. Sie haben nahezu keine Kalorien!

Um eine Gewichtsabnahme oder Normalisierung der Blutwerte zu unterstützen, kann man  vor jeder Mahlzeit ein Glas Flohsamen/ -schalen (wie oben beschrieben) einnehmen oder.

 

[1] Erscheinungsdatum Bundesanzeiger: 1.2.1990., Heftnummer: 22a., ATC-Code: A06AC.
Monographie BGA/BfArM (Kommission E)
buecher.heilpflanzen-welt.de/BGA-Kommission-E-Monographien/plantaginis-ovatae-semen-indische-flohsamen.htm

[2] Erscheinungsdatum Bundesanzeiger: 1.2.1990., Heftnummer: 22a., ATC-Code: A06AC. Monographie BGA/BfArM (Kommission E)
buecher.heilpflanzen-welt.de/BGA-Kommission-E-Monographien/plantaginis-ovatae-testa-indische-flohsamenschalen.htm

Recherche-Quellen:

  • Hiller, Karl; Metzig, Matthias F.: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Zweiter Band, Spektrum Akademischer Verlag; Heidelberg 2003
  • H.-H. Rhyner, B. Frohn: Heilpflanzen im Ayurveda, AT Verlag, Baden und München 2006
  • Hänsel, R.; Sticher, O.: Pharmakognosie – Phytopharmazie, 8. Auflage Springer Medizin Verlag Heidelberg 2007

Internetseiten:

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Flohsamenschalen
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Plantago_ovata
  • www.awl.ch/heilpflanzen/plantago-ovata/flohsamen.htm

 

Anja Alijah Flick (Heilpraktikerin)

 Atlaspraxis Flick – Blankeneser Landstr. 19 – 22587 Hamburg – Tel. 040 866488780 

 

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