Pappel (Populus spec.)

Pappeln

Bild: © Alexander – Fotolia.com

Synonyme:Schwarzpappeln (Populus nigra):
  • Schwartz Alberbaum, Schnellwäckser, Wollenbaum, Salbenbaum, Muckenbaum, Faule Aesche, Rheinweide
Silber-Pappel (Populus alba):
  • Bellweide, Deutscher Silberbaum, Flickerpappel, Mehlbomm, Palm-Wied, Papierbaum, Schneepappel, Wasserbaum, Weiß Pappelweide, Weiß Saarbaum, Weißalber, Weißbaum, Weiße Espe, Weißpappel, Wollpappel, Wunderbaum
Balsam-Pappel (Populus balsamifera):
  • Balsambaum, Falscher Sattelholzbaum, Grau-Pappel, Nordamerikanisch Sattelholz, Tacamahacpappel
Amerikanische Espe (Populus tremuloides):
  • ---
Englischer Pflanzenname:Schwarzpappeln (Populus nigra):
  • Black poplar
Silber-Pappel (Populus alba):
  • Abele, silver poplar, silverleaf poplar, white poplar
Balsam-Pappel (Populus balsamifera):
  • Balsam poplar, bam, bamtree, eastern balsam-poplar, hackmatack, tacamahac poplar, tacamahaca
Amerikanische Espe (Populus tremuloides):
  • Aspen, quaking aspen, trembling aspen, american aspen, Quakies, mountain aspem, golden aspen, trembling poplar, white poplar, popple
Pflanzenfamilie:
  • Weidengewächse (Salicaceae)
Bezeichnung des
Arzneimittels:
  • Populi gemma (Pappelknospen)
Anwendung:
  • Erkrankungen der Harnorgane*
  • Gicht*
  • Hämorrhoiden, äußere [1]
  • Hautverletzungen, oberflächliche [1]
  • Frostbeulen [1]
  • Polyarthritis*
  • Sonnenbrand [1]
Wirkung:äußerlich:
  • Antibakteriell [1]
  • Entzündungshemmend (antiphlogistisch)**
  • Wundheilungsfördernd [1]
    Bei innerer Einnahme wird das enthaltene Salicin und die Salicinderivaten im Darm in Salicylalkohol gespalten. Dieses wird im Darm resorbiert und in der Leber zu Salicylsäure oxidiert. In dieser Form wirkt es im Körper
  • Antimikrobiell**
  • Blutgerinnungshemmend/ Blutverdünnend (antikoagulierend)**
  • Entzündungshemmend (antiphlogistisch)**
  • Harnsäurespiegel-senkend (durch Ausscheidung von Harnsäuren)**
  • Schmerzlindernd (analgetisch)**
Inhaltsstoffe:
  • Phonolglykoside (Salin, Populin)
  • Ätherische Öle (mit d-Humulen, α-Caryophyllen, Sesquiterpenen)
  • Flavonoidglykoside (Chrysin)
  • Gerbstoffe
  • Mannit
  • Harze
  • Gallussäure
Dosierung:
  • Halbfeste Zubereitungen mit 20 - 30 % Drogenanteil
Gegenanzeigen:
  • Überempfindlichkeit gegen Pappelknospen, Propolis, Perubalsam und Salicylate
Nebenwirkungen:
  • Gelegentlich allergische Hautreaktionen
Wechselwirkungen:
  • Keine bekannt

* Volks- und Erfahrungsheilkunde
** Die Wirkung erschließt sich aus den Inhaltsstoffen der Pflanze.

Beispiele für Präparate, in denen Pappel vorkommt:

Phytotherapie:
  • Phytodolor® Tinktur Bei rheumatischen Erkrankungen (z. B. Lumbago, Ischialgien), Neuralgien

Pappel selber sammeln: 

Sammelorte:
  • Flussläufe
  • Auwälder
  • Ackerränder mit Meliorationsgräben
  • Sammelgut:
  • Ungeöffnete Knospen
  • Sammelzeit:
  • März - April
  • Beispiele für eigene Zubereitungen:

    Alchimia

    Bild: © Francesca Marvulli – Fotolia.com

    Pappel-Essenz

    Zubereitung:
    1. Frisches Pappel-Knospen zerkleinern
    2. In ein verschließbares Gefäß geben und
      im Verhältnis 1:4 mit 70%igem Alkohol
      auffüllen Ansatz 8 Tage ziehen lassen
      (ab und an schütteln)
    3. Abseihen und die fertige Tinktur in
      dunkle Fläschchen abfüllen

    Einnahme:
    • Bei Bedarf 3 x tgl. 10 Tropfen einnehmen oder
      äußerlich für Wickel und Waschungen benutzen
    Anwendung bei:
    • Husten
    • Schnittwunden
    • Quetschungen
    • Verstauchungen
    • Verrenkungen

    Pappelöl

    Zutaten:
    • Frische Pappelknospen (Gesammelt vor der Blattentfaltung)
    • Olivenöl
    Zubereitung:
    1. Ein Glas zur Hälfte mit Pappelknospen befüllen
    2. Mit Olivenöl so weit auffüllen, dass die Knospen bedeckt sind
    3. Glas verschließen und im Wasserbad 15 Minuten köcheln lassen
    4. Im Wasserbad bei verschlossenem Deckel auskühlen lassen
    5. Nach dem Auskühle 3 Tage auf der Fensterbank ausziehen lassen
    6. Nach Ablauf der Zeit Pappelknospen herausfiltern
    7. Fertiges Pappelöl in dunkle Gläschen füllen, gut verschließen und etikettieren
    Zur äußerlichen Anwendung bei:
    • Hämorrhoiden
    • Hautentzündungen
    • Gelenkschmerzen
    • Sonnenbrand
    • Verbrennungen

    Aus dem Pappelöl kann eine Pappelsalbe zubereitet werden.

    Pappelsalbe 

    Zutaten:
    • 100 g Pappelöl
    • 7 g Bienenwachs
    Zubereitung:
    1. Pappelöl und Bienenwachs miteinander in ein feuerfestes
      Glas oder einen kleinen Topf geben
    2. Gefäß mit der Mischung in ein Wasserbad stellen
    3. Unter ständigem Rühren erhitzen, bis sich das Wachs im
      Öl aufgelöst hat, dann vom Herd nehmen
    4. Etwas abkühlen lassen
    5. In Salbentiegel abfüllen und vollständig erkalten lassen,
      bevor das Gefäß verschlossen wird (es bildet sich
      sonst Kondenswasser)
      Die Salbe kann auch sehr gut mit Beinwell kombiniert werden.
    Zur äußerlichen Anwendung bei:
    • Hautentzündung
    • Gelenkschmerzen
    • Hämorrhoiden
    • Sonnenbrand
    • Verbrennungen, leichten
    • Zerrungen

     

    [1] Erscheinungsdatum Bundesanzeiger: 1.2.1990., Heftnummer: 22a., ATC-Code: D03CA.
    Monographie BGA/BfArM (Kommission E)
    buecher.heilpflanzen-welt.de/BGA-Kommission-E-Monographien/populi-gemma-pappelknospen.htm

    Recherche-Quellen:

    • Hiller, Karl; Metzig, Matthias F.: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Zweiter Band, Spektrum Akademischer Verlag; Heidelberg 2003
    • H.-H. Rhyner, B. Frohn: Heilpflanzen im Ayurveda, AT Verlag, Baden und München 2006
    • Hänsel, R.; Sticher, O.: Pharmakognosie – Phytopharmazie, 8. Auflage Springer Medizin Verlag Heidelberg 2007

    Internetseiten:

    • www.henriettes-herb.com/eclectic/madaus/populus.html
    • https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarz-Pappel
    • https://en.wikipedia.org/wiki/Populus_nigra
    • https://de.wikipedia.org/wiki/Silber-Pappe
    • https://en.wikipedia.org/wiki/Populus_alba
    • https://de.wikipedia.org/wiki/Balsam-Pappel
    • https://en.wikipedia.org/wiki/Populus_balsamifera
    • https://de.wikipedia.org/wiki/Amerikanische_Zitterpappel
    • https://en.wikipedia.org/wiki/Populus_tremuloides
    • www.pharmakobotanik.de/systematik/6_droge/popul-g.htm
    • buecher.heilpflanzen-welt.de/BGA-Kommission-E-Monographien/populi-cortex-pappelrinde-populi-folium-pappelblaetter.htm

     

    Anja Alijah Flick (Heilpraktikerin)

    Atlaspraxis Flick – Blankeneser Landstr. 19 – 22587 Hamburg – Tel. 040 866488780 

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