Isländisches Moos: Die heilende Flechte der „Nordlichter“

Isländisches Moss NEU
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Bei Isländischem Moos handelt es sich streng genommen um eine Flechte, also eine Lebensgemeinschaft von Algen und Pilzen. In vergangenen Zeiten galt das Gewächs als verwunschene Pflanze. In einer Sage heißt es, das Isländische Moos sei einst ein saftiges Kraut gewesen sei, dass die Berge und Täler des Nordens üppig bedeckte und die Bauern reich machte. Aber weil sie ihren Reichtum nicht teilen wollten, wurde ein Bann über die Pflanze gelegt und seither wächst sie nur unter dem Schnee. Seiner Beliebtheit hat dies offensichtlich nicht geschadet, denn bei den Nordländern stand die als Misere bezeichnete Flechte hoch im Kurs und wurde bei Lungenerkrankungen, als Stärkungs- und Nahrungsmittel eingesetzt. Als erste Europäer verwendeten die Isländer das nach ihnen benannte Moos in der Medizin. Sie nannten es Fjallagrös, zu Deutsch Berggras. Die Pflanze wächst aber nicht nur auf Island und in den Nordländern, sondern auch im Mittelgebirge und den Heidegebieten des Flachlands. (mehr …)

Eisenkraut: Die „Träne der Isis“

Nahaufnahme von Eisenkraut vor weißem Hintergrund
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Eisenkraut war schon ein mystisches Kraut, das tief mit kultischen Handlungen verbunden ist. Seit frühester Zeit wurde es zur Reinigung von Opfer- und Altarsteinen benutzt oder bei Schutz- und Beschwörungszeremonien eingesetzt. Im alten Ägypten nannte man die Pflanze „Träne der Isis“. Bei den Römern galt Eisenkraut als „Herba sacra“ (Heilges Kraut) und wurde bei feierlichen Gelegenheiten verbrannt oder als Wundmittel bei Verletzungen durch eiserne Waffen eingesetzt. Eisenkraut stand hoch im Kurs und die Liste der Anwendungen scheint endlos.

Um so verwunderlicher ist, dass diese Heilpflanze in der Neuzeit eher ein Schattendasein führt. Von der Kommission E erhielt Eisenkraut noch nicht mal eine Positiv-Monographie. Zu Unrecht! Zwar existieren nur sehr wenige Studien zur Heilkraft dieser interessanten Pflanze, aber die Resultate neuerer pharmakologischer Untersuchungen lassen aufhorchen. Besonders die guten wundheilenden Eigenschaften sind inzwischen bestätigt worden. Unsere Ahnen hatten also Recht, wenn sie die Pflanze „Wundkraut“ nannten. Darüber hinaus kann Eisenkraut aber auch bei Husten, Erschöpfung, Prüfungsangst bis hin zu Verdauungsstörungen eingesetzt werden. (mehr …)

Rosskastanie: Die Venen-Heilerin

Kastanien
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Die Rosskastanie kann auf eine interessante Geschichte zurückblicken. Ursprünglich war der Baum in ganz Europa verbreitet. Mit der letzten Eiszeit, vor ca. 10.000 Jahren, wurde die Rosskastanie zurückgedrängt und überlebte nur in den Mittelgebirgen Griechenlands, Mazedoniens und Albaniens. Erst vor rund 450 Jahren kehrte sie, im Gepäck türkischer Eroberer, nach Westeuropa zurück. Den osmanischen Feldzügen, welche bis vor die Tore der österreichischen Hauptstadt Wien führten, verdanken wir also die Rückkehr der Rosskastanie. (mehr …)

Pastinak: Die Germanenwurzel

Pastinaca
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Der Pastinak, auch Germanenwurzel genannt, wird seit seit der Jungsteinzeit in Europa als Gemüse- und Heilpflanze genutzt. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts war er eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel, wurde aber von Kartoffeln und Karotten weitgehend verdrängt. Leider, denn dieser Pflanze hat viele Vorteile. So kommt der Pastinak, im Vergleich zur Karotte, auf einen viermal so hohen Gehalt an Fasern, Kalium, Proteinen und Vitamin C. Dies ist auch einer der Gründe, warum der Pastinak bei unseren Ahnen als Stärkungsmittel beliebt war. Aus der Wurzel gewonnener Saft wurde sogar als Pest-Heilmittel eingesetzt, was der Pflanze den Beinamen Pestnacke beibrachte. (mehr …)

Schlehdorn: Die dornige Schutzpflanze

Der in ganz Europa verbreitete Schlehdorn wird nachweislich seit der Jungsteinzeit von den Menschen als Nahrungs- und Heilpflanze verwendet. Viele Mythen ranken sich um diese Pflanze: Er soll das Wetter vorhersagen, vor Hexen schützen und als ihm unterstellt wurde seine dornigen Zweige für die Dornenkrone Jesu bereitgestellt zu haben, soll Gott höchstpersönlich als Unschuldsbeweis unzählige weiße Blüten über dem Strauch ausgeschüttet haben. (mehr …)

Walnussbaum: Der Pestizid-Entgifter

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Walnussbäume begleitet die Wege des Menschen schon seit mehr als 9.000 Jahren. Als ihre ursprüngliche Heimat gilt Persien. Auf Handelswegen verbreitete sich die Pflanze sowohl nach Zentralasien und China als auch ins klassische Griechenland und später ins Römische Reich. Schnell machte die Walnuss nicht nur als leckere Küchenzutat, sondern auch als Heilpflanze Karriere. So gut wie alle großen Namen der antiken Heilkunde erwähnen sie. Dioskurides berichtete, dass man aus Walnüssen, Feigen und Raute ein Gegenmittel für Pfeilgifte bereiten konnte. Neuere Untersuchungen zeigen in der Tat, dass diese eine entgiftende Wirkung, z.B. auf Pestizide, hat. Aber sie kann noch mehr: Die Blätter der Walnuss sind auch ein sehr potente Mittel gegen Hautleiden, Darmparasiten und Erkrankungen des lymphatischen Systems. Die leckeren Nüsse der Pflanze sind eine sehr gute Quelle für organisches Zink, wirken cholesterinsenkend und steigern die männliche Fruchtbarkeit. (mehr …)

Salomonsiegel: Die Türen öffnende Springwurzel

Salomonsiegel ist eine wahrhaft mystische Pflanze, der stets stark magische Kräfte zugesprochen wurden. Viele Geschichten und Legenden ranken sich um sie. Bei Salomonsiegel soll es sich um die geheimnisvolle Springwurzel handeln, mit deren Hilfe man alle Schlösser und Türen öffnen kann. Bei den nordamerikanischen Ureinwohnern war die Pflanze Wolfsmedizin, welche spirituelle Unterstützung bei Veränderungen des Lebensweges bot. König Salomo soll die Zauberkraft dieser Wurzel benutzt haben, um für den Bau eines Tempels Felsen zu zersprengen. Nach König Salomo wurde die Pflanze schließlich auch benannt, weil die Stengelnarben auf der Wurzel an die Siegelabdrücke von Salomos Ring erinnern. Von diesem legendären Ring wird behauptet, er stamme aus dem Paradies. (mehr …)

Ringelblume: Das Krebs-Kraut

Die Ringelblume, auch Sonnenbraut genannt, ist eine der bei uns bekanntesten Wundheilpflanzen. Leicht zu ziehen, sehr genügsam, aber unschlagbar in ihrer Heilkraft sollte sie in keinem Kräutergarten fehlen. Wer die getrockneten Blüten der Ringelblume kauft, erhält meist nur die orangefarbenen Zungenblüten. Diese enthalten aber nur 10% der Wirkstoffe. Erntet man Ringelblumen selbst und verarbeitet auch die harzigen Blütenböden, wird man mit 10-facher Heilkraft belohnt. (mehr …)

Heidelbeere: Die heilsame „Farbbombe“

Kulturheidelbeeren
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Die Heidelbeere ist eine typische Heilpflanze der Nord-Völker. Den großen Heilern der Antike war die Pflanze zwar eher unbekannt, aber in den Schriften der heiligen Hildegard von Bingen wurde sie erwähnt. Zu recht, denn Heidelbeeren haben unter allen bekannten Obstsorten den höchsten Gehalt an n. Diese Pflanzenfarbstoffe haben eine antioxidative, entzündungshemmend und gefäßschützende Wirkung. Laut der University of Alabama kann schon täglich eine Tasse Heidelbeeren helfen Krebs vorzubeugen. Aber die Pflanze kann mehr, denn sie hilft auch u.a bei Angina pectoris, Darmerkrankungen, Einschlafstörungen, Krampfadern, Magengeschwüren, Würmern im Darm, Diabetes mellitus Typ II und Blasen- und Nierenbeschwerden… (mehr …)