Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum)

Die Karthäusernelke mit ihren leuchtend purpurroten Blüten kommt in weiten Teilen Europas mit verschiedenen Unterarten vor. In Deutschland die hübsche Pflanze jedoch selten geworden.
Seit dem Mittelalter wurde die Pflanze in Klostergärten als Heil- und Schmuckpflanze gehalten. Die Karthäusernelke enthält Saponine und Eugenol und wirkt erweichend, schmerz- und entzündungshemmend. Wie auch bei der echten Gewürznelke, die jedoch größere engen an Eugenol enthält, soll das Kauen der Blüten Zahnschmerzen lindern. Der Pflanzensaft und die Blüten werden bei Hauterkrankungen und zur Linderung von Rheuma, Muskel- und Zahnschmerzen genutzt.

Synonyme:
  • Blutströpflin, Donnernäglein, Donnernelke, Heidenblümlin, Hundsflette, Kartheuserblümli, Specknelke
Englischer Pflanzenname:
  • Carthusian Pink
Pflanzenfamilie:
  • Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Bezeichnung des
Arzneimittels:
  • Nelkenblüten, -blätter, -wurzel
Anwendung:Supportive (unterstützende) Therapie bei:

  • Hauterkrankungen*
  • Herzrythmusstörungen*
  • Muskelschmerzen*
  • Rheuma*
  • Zahnschmerzen*
  • Darmparasiten (Würmer)*
Wirkung:
  • Antibakteriell**
  • Entzündungshemmend**
  • Erweichend**
  • Schmerzstillend**
  • Wurmtreibend (anthelminthisch)**
Inhaltsstoffe:
  • Eugenol
  • Saponine
Dosierung:
  • Keine Dosierung festgelegt
Gegenanzeigen:
  • Keine bekannt
Nebenwirkungen:
  • Keine bekannt
Wechselwirkungen:
  • Keine bekannt

* Volks- und Erfahrungsheilkunde
** Die Wirkung erschließt sich aus den Inhaltsstoffen der Pflanze.

Beispiele für Präparate, in denen Karthäusernelke vorkommt: 

  • Derzeit keine bekannt

Karthäusernelke sammeln:

Sammelorte:Vorkommen:
  • Das Verbreitungsgebiet der Karthäuser-Nelke erstreckt sich auf ganz Europa. Lediglich im Nordwesten Deutschlands die Pflanze.
Standdorte
  • Trockenes, steiniges Grasland, lichte Ruderalplätze mit kalkhaltigem Boden, Waldränder
Sammelgut/ Sammelzeit:
  • Blüten: Mai - September
  • Blätter: April
  • Pflanzensaft: Mai - September

Interessantes rund um die Karthäusernelke:

  • Kartäuser-Nelken können Böden tolerieren, die Schwermetalle wie Blei und Zink enthalten, und sind daher nützlich, um verschmutzte Gebiete wieder zu vegetieren.

Beispiele für eigene Zubereitungen:

Bild: © Kanea - Fotolia.com

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Klassischer Karthäusernelken-Brei 

Zubereitung
  • Das frische Kraut im Mörser zerstampfen und den so gewonnen Frischpflanzenbrei 2 x täglich je 15 Minuten lang auf die betroffenen Stellen auflegen
alternativ:
  • Frisches Kraut mit einer Handsaftpresse entsaften und den so gewonnenen Saft zur äußerlichen Behandlung von Hautproblemen einsetzen (Ein geeignetes Gerät ist z.B. die Z-Star Hand-Saftpresse)
Anwendung bei:
  • Abszess
  • Akne
  • Dermatitis
  • Ekzem
  • Furunkel
  • Hautrötungen
  • Juckreiz
  • Schuppenflechte

Karthäusernelken in Teemischungen

Die Karthäusernelke enthält medizinisch wirksame Wirkstoffe. Dennoch wird die Pflanze eher supportiv, dass heißt zur Unterstützung einer Therapie und zur Wirkverstärkung anderer Pflanzen eingesetzt. Daher findet man sie mitunter in Teemischungen. Beispiele dafür liefert die peruanische Heilkunde. [1] Hier ein paar Beispiele:

Teemischung gegen Magenschmerzen: 

Angstlösende Teemischung

  • Kleine Wiesenknopf, Bejaria aestuans, Sandbur (Cenchrus echinatus), Erd-Burzeldorn (Tribulus terrestris), Carqueja (Baccharis genistelloides), Behaarter Zweizahn (Bidens pilosus), Alternanthera porrigens, Cuphea strigulosa, Melisse, Zimtpfeffer (Peperomia inaequalifolia), Karthäusernelke, Matricaria frigidum, Kamille, Ambrosia peruviana, Nachtjasmin (Cestrum nocturnum)

Liebes-Schmerzen

  • Behaarter Zweizahn (Bidens pilosus), Alternanthera porrigens, Cuphea strigulosa, Melisse, Zimtpfeffer (Peperomia inaequalifolia), Karthäusernelke, Matricaria frigidum, Kamille, Ambrosia peruviana, Nachtjasmin (Cestrum nocturnum)

Karthäusernelke in der Küche:

Die Blüten der Karthäuser-Nelke können in der Wildkräuterküche eingesetzt werden und sind wegen der kräftigen Farbe in Salat, auf Brot und als Dekoration auf Desserts ein echter Blickfang.

 

[1] Bussmann RW, Glenn A, Meyer K, Townesmith A: Herbal mixtures in traditional medicine in Northern Peru.; Journal of Ethnobiology and Ethnomedicine 6(1):10 · March 2010 DOI: 10.1186/1746-4269-6-10

Recherche-Quellen:

  • Hänsel, R.; Sticher, O.: Pharmakognosie – Phytopharmazie, 8. Auflage Springer Medizin Verlag Heidelberg 2007

Internetseiten:

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Kartäusernelke
  • https://en.wikipedia.org/wiki/Dianthus_carthusianorum

Anja Alijah Flick (Heilpraktikerin)

Atlaspraxis Flick – Blankeneser Landstr. 19 – 22587 Hamburg 

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