Salomonsiegel (Polygonatum odoratum & P. multiflorum) †

Salomonsiegel ist eine wahrhaft mystische Pflanze, der stets stark magische Kräfte zugesprochen wurden. Viele Geschichten und Legenden ranken sich um sie. Bei Salomonsiegel soll es sich um die geheimnisvolle Springwurzel handeln, mit deren Hilfe man alle Schlösser und Türen öffnen kann. Bei den nordamerikanischen Ureinwohnern war die Pflanze Wolfsmedizin, welche spirituelle Unterstützung bei Veränderungen des Lebensweges bot. König Salomon soll die Zauberkraft dieser Wurzel benutzt haben, um für den Bau eines Tempels Felsen zu zersprengen. Nach König Salomon wurde die Pflanze schließlich auch benannt, weil die Stengelnarben auf der Wurzel an die Siegelabdrücke seines Rings erinnern. Von diesem legendären Ring wird behauptet, er stamme aus dem Paradies.

Interessanterweise findet sich in der modernen Heilpflanzenliteratur nur sehr wenig über diese mehr als interessante Pflanze. Greift man auf ältere Quellen zurück, dann fällt auf, dass zwischen den ersten schriftlichen Erwähnungen (Dioskurides im 1. Jahrhundert) viele Jahrhunderte Schweigen folgen (erst wieder bei Brunschwygk um 1500).

Wer sich näher mit Salomonsiegel beschäftigt und die Pflanze einzusetzen vermag, der wird belohnt. Von Rheuma, Sugillationen und Muskelschmerzen bis hin zum Einsatz als Sonnen-„Weihrauch“ zum klären offener Fragen kann Salomonsiegel einiges bieten.

Synonyme: Salomonsiegel (Polygonatum odoratum)
  • Echter Salomonsiegel, Gemeine Weißwurz, Schminkwurz, Springwurz, Wohlriechende Weißwurz
  • Convallaria polygonatum, Polygonatum officinale
Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum)
  • Convallaria multiflorum
Englischer Pflanzenname:
  • Solomon's seal

Pflanzenfamilie:
  • Spargelgewächse (Asparagaceae) - früher Maiglöckchengewächse (Convallariaceae)
Bezeichnung des Arzneimittels:
  • Polygonati rhizoma, Radix Polygonati, Radix Sigilli Salomonis, Rhizoma Polygonati (Salomonsiegelwurz)
  • Polygonatum multiflorum-Rhizom (Getrockneter Wurzelstock der Vielblütigen Weißwurz)
Anwendung:
  • Blutergüsse*
  • Fluor albus*
  • Frauenbeschwerden*
  • Gicht*
  • Hämorrhoiden*
  • Magenbeschwerden*
  • Prellungen*
  • Rheuma*
  • Sugillation* (Hautblutung, die sich als flächenhafter Austritt von Blut aus den Kapillargefäßen zeigt; besonders bei älteren Menschen und bei Einnahme von Gerinnungshemmern)
Wirkung:
  • Abschwellend**
  • Blutzuckersenkend**
  • Diuretisch, mild (harntreibend)**
  • Hämolytisch (fördert Abbau/Zerfall roter Blutkörperchen), z.B. bei Hämatomen**
  • Hustenstillend**
  • Schleimlösend**
  • Tonisierend**
Inhaltsstoffe:Salomonsiegelwurz
  • Steroidsaponinkomplex, u.a. Odospirosid, Polyfurosid
Vielblütigen Weißwurz
  • Steroidsaponine, u.a. Spirostanolsaponosid A (Diosgenin als Sapogenin)
  • Furostanolsaponosid B
Dosierung:
  • Bisher keine einheitliche Angabe
Gegenanzeigen:
  • Schwangerschaft & Stillzeit
  • Nicht bei Kindern unter 12 Jahren
Nebenwirkungen:
  • Bei Überdosierung können Vergiftungserscheinungen auftreten, mit Erbrechen, Durchfall, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen und auch Atemnot.
Wechselwirkungen:
  • Keine bekannt

* Volks- und Erfahrungsheilkunde
** Die Wirkung erschließt sich aus den Inhaltsstoffen der Pflanze.

Beispiele für Präparate, in denen Salomonsiegel vorkommen: 

  • Derzeit keine bekannt

Salomonsiegel sammeln: 

Sammelorte:Eurasien, China, Japan, Korea, Mongolei, Russland und Europa
  • Waldränder
  • Lichte Laubmischwälder
  • Gebüschen trockenwarmer Standorte
Sammelgut/ Sammelzeit:
  • Junge Sprossen: März-April
  • Wurzelstock: Ende September - November (nach Abwurf der Beeren)

Interessantes rund um Salomonsiegel:

  • In der russischen Volksmedizin wird Salomonsiegel äußerlich gegen Rheuma und Gicht eingesetzt. Dazu wird die Wurzel gekaut und der Wurzelbrei auf die zu behandelnde Stelle gelegt.
  • Die Wurzel soll essbar sein. In Schweden und Skandinavien soll sie sogar zum Brotbacken Verwendung gefunden haben. Dennoch kann es dazu kommen, dass Übelkeit und Erbrechen auftreten. Um dies zu vermeiden sollte man bei Einnahme der Wurzel auf seine Instinkte achten. Schmeckt die Wurzel karamell-pfirsichartig bis leicht nussig, so hat der Körper einen Bedarf an der Wurzel. Braucht der Körper die Wurzel nicht, können besagte Nebenwirkungen auftreten.

Beispiele für eigene Zubereitungen:

Klassische Salomonsiegel-Tinktur

Zubereitung:
  1. Frisches Salomonsiegel-Wurzel zerkleinern
  2. In ein verschließbares Gefäß geben und
    im Verhältnis 1:5 mit 50%igem Alkohol
    auffüllen Ansatz 3 Wochen ziehen lassen
    (ab und an schütteln)
  3. Abseihen und die fertige Tinktur in
    dunkle Fläschchen abfüllen

Dosierung:
    • Innerlich: 3 x täglich 10 - 20 Tropfen
    • Wundauflage (10 Tropfen auf 500 ml Wasser)
    • Wundwaschung (10 Tropfen auf 500 ml Wasser)



Innerlich:
  • Bänderschwäche
  • Gicht
  • Hüftdysplasie
  • Husten
  • Magenbeschwerden
  • Muskelschmerzen
  • Ödeme
  • Rheuma
  • Spondylose
Äußerlich:
  • Blutergüsse
  • Blutergüssen in die Haut (Sugillationen)
  • Hautmäler & -flecken
  • Ödeme
  • Quetschungen
  • Prellungen
  • Rheuma

Klassisches Salomonssiegel-Öl

  • Frische Wurzel der Salomonsiegel zerkleinern und über Nacht trocknen lassen; dann in ein Glas geben und mit Olivenöl übergießen, bis alle Wurzelteile bedeckt sind; Ansatz 2 Wochen auf der Fensterbank ziehen lassen (täglich schütteln); nach Ablauf der Zeit Wurzel herausfiltern und das fertige Öl in eine dunkle Flasche abfüllen

Dosierung:

  • Bei Bedarf die betroffene Stelle 2 – 3 x täglich mit dem Öl einreiben
Anwendung:
  • Blutergüsse
  • Blutergüssen in die Haut (Sugillationen)
  • Hautmäler & -flecken
  • Ödeme
  • Quetschungen
  • Prellungen
  • Rheuma
Rosenblätter in Schale räuchern

Bild: © LoSa – Fotolia.com

Sonnen-„Weihrauch“ (aus „Die magischen Werke“ von A. v. Nettesheim)

Diese Mischung aus verschiedenen Kräutern wird zum Räuchern benutzt, wenn man Antworten auf wichtige Fragen sucht.

Zutaten:Zubereitung:
  • Alle Bestandteile zerkleinern und
    zu gleichen Teilen mischen 
Anwendung:
  • Während einer klärenden Meditation auf
    glühende Räucherkohle streuen und
    den Rauch fein im Raum verteilen.
    Man kann die Klarheit noch verstärken,
    wenn man sich kurz vor dem Schlafen gehen
    mit "Evangelischer Salbe" einreibt und 1 EL der "Salbe" einnimmt.

Energetische Salomonsiegel-Tropfen

Beim Salomonsiegel stehen die Pflanze und ihre Wurzel in einen rechten Winkel zueinander. In der Symbolsprache der Signaturenlehre steht dies für eine Kreuzung, eine Entscheidung. In der Tat kann Salomonsiegel bei einschneidenden Veränderungen des Lebensweges helfen die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Die Wurzel des Salomonsiegel lässt sich in der Regel leicht aus der Erde lösen. Symbolhaft steht dies dafür, dass die Pflanze helfen kann sich von Irdischem zu lösen. Salomonssiegel lässt sich daher auch in der Sterbebegleitung einsetzen.

  1. Destilliertes Wasser und reinen Alkohol zu gleichen Teilen mischen
  2. Ein Stück Salomonsiegel im Mörser zerkleinern (in der klassischen Homöopathie etwa 1 Stunde lang)
  3. Einen Teil der zerstoßenen Wurzel in ein Fläschchen geben und 10 Teile des Wasser-Alkohol-Gemisch dazugeben (Das Fläschchen darf max zu 2/3 gefüllt sein)
  4. Fläschchen verschließen und 10 starke, nach unten gerichtete Schläge ausführen (Ruckartige Bewegung nach unten) = Potenz D1
  5. Von dem D1-Gemisch 10 Tropfen in eine andere Flasche geben und 100 Tropfen Wasser-Alkohol-Gemisch dazugeben
  6. Fläschchen verschießen und erneut 10 nach unten gerichtete Schläge ausführen = Potenz D2
  7. Von dem D2-Gemisch 10 Tropfen in eine andere Flasche geben und 100 Tropfen Wasser-Alkohol-Gemisch dazugeben
  8. Fläschchen verschießen und erneut 10 nach unten gerichtete Schläge ausführen = Potenz D3 
  9. Von dem D3-Gemisch 10 Tropfen in eine andere Flasche geben und 100 Tropfen Wasser-Alkohol-Gemisch dazugeben
  10. Fläschchen verschießen und erneut 10 nach unten gerichtete Schläge ausführen = Potenz D4 
  11. Diese Schritte bis D23 fortführen…
Einnahme:
  • 3 x täglich 7 Tropfen

 

Recherche-Quellen:

  • Hiller, Karl; Metzig, Matthias F.: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Zweiter Band, Spektrum Akademischer Verlag; Heidelberg 2003
  • Hänsel, R.; Sticher, O.: Pharmakognosie – Phytopharmazie, 8. Auflage Springer Medizin Verlag Heidelberg 2007

Internetseiten:

  • www.henriettes-herb.com/eclectic/madaus/polygonatum.html
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Echtes_Salomonssiegel
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Vielblütige_Weißwurz
  • https://en.wikipedia.org/wiki/Polygonatum_odoratum

 

Anja Alijah Flick (Heilpraktikerin)

Atlaspraxis Flick – Blankeneser Landstr. 19 – 22587 Hamburg – Tel. 040 866488780 

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