Lebensbaum, Abendländischer (Thuja occidentalis) † †

Fruits of thuja

Bild: © ottochka – Fotolia.com

Der Lebensbaum, auch Thuja genannt, ist eine traditionelle Heilpflanze der nordamerikanischen Ureinwohner. In Europa kennt man den Lebensbaum vor allem als Heckenpflanze. Das diese Pflanze auch Heilkräfte besitzt, wissen die wenigsten. Das mag auch daran liegen, dass der Lebensbaumes einen sehr hohen Anteil an giftigem Thujon enthält. Er ist daher absolut keine Pflanze für Anfänger und der Einsatz ist eher auf den Bereich der Homöopathie zu beschränken!

Synonyme:
  • Abendländischer Lebensbaum, Amerikanischer Lebensbaum, Thuja,
Pflanzenfamilie:
  • Zypressengewächse (Cupressaceae)
Bezeichnung des Arzneimittels:Thujae aetheroleum
(Thujaöl)
Thujae summitates (Lebensbaumspitzen)
Anwendungsgebiete:
  • Gicht*
  • Neuralgie*
  • Pruritis (Juckreiz)*
  • Rheuma*
  • Atemwegsinfekte (Fertigpräparate!)*
  • Begleittherapie bei Antibiotika-Behandlung*
  • Gicht*
  • Hautinfekte, bakterielle*
  • Herpes simplex*
  • Rheuma*
  • Warzen*
Wirkungen:
  • Abortiv**
  • Antibakteriell**
  • Antimykotisch**
  • Entzündungshemmend (antiphlogistisch)**
  • Hautreizend**
  • Antibakteriell**
  • Antiviral**
  • Immunstimulierend**
Inhaltsstoffe:
  • Monoterpene, u.a. versch. Isomere des Thujons (50 - 60%)
  • alpha-Pinen
  • Sabinen
  • Mycren
  • alpha-Terpinen
  • Limonen
  • Terpinolen
  • Fenchon
  • Äther. Öl (1,4 - 4 %)
  • Flavonoide
  • Catechin
  • Gallocatechin
  • Cumarine
  • Harze
Dosierung:
  • Keine genormte Angabe
Gegenanzeigen:
  • Für das Öl ist ein hohes allergenes Potential beschrieben.
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Kinder unter 12 Jahre
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Leberfunktionsstörungen
  • Epilepsie
Nebenwirkungen:
  • Bei Überdosierung können Erbrechen, Magenschmerzen, Durchfall, Magen-Darmentzündung, Kopfschmerzen, nervösen Reaktionen und Krämpfen, sowie eine Reizung von Leber- und Nieren und Uterus auftreten. Kleine Kinder, die Thujankraut gekaut hatten, litten unter Erbrechen und Magendarmstörungen.
  • Gelegentlich tritt eine Kontaktdermatitis bei beruflicher Exposition mit dem Holz von Thuja auf.
  • Bereits 10 Tropfes des äth. Öles sind für Kinder tödlich!
Wechselwirkungen:
  • Keine bekannt

* Volks- und Erfahrungsheilkunde
** Die Wirkung erschließt sich aus den Inhaltsstoffen der Pflanze.

Lebensbaum enthält viel Thujon, ein Nervengifte, welches in höherer Dosierung Verwirrtheit und epileptische Krämpfe hervorrufen kann. Der Wirkstoff erlangte traurige Berühmtheit, weil er auch in Wermut vorkommt, aus welchem früher Absinth gebraut wurde. In der zweiten Hälfte des 19. und dem frühen 20. Jahrhundert war Absinth das Modegetänkt der Bohème. Wegen der starken Nebenwirkungen, welche bei Überdosierung auftreten können, sollte Lebensbaum nur als Fertigarznei oder in homöopathischer Form eingenommen werden!

Beispiele für Präparate, in denen Lebensbaum vorkommen:

Homöopathie
  • Thuja WA Oligoplex® Mischung: (mit Thuja D4) Bei Erkältung mit Schnupfen, Nebenhöhlenentzündung, Warzen, Aphten (brennende Flecken auf der Mundschleimhaut)

Lebensbaum sammeln: 

Sammelorte:Heimisch im östlichen Nordamerika; im 16. Jh. in Europa eingeführt und tw. verwildert
Sammelgut/ Sammelzeit:
  • Triebspitzen: Juni

Interessantes rund um den Lebensbaum:

  • Nicht alles, was einem als “Thuja” angeboten wird, ist auch wirklich ein Lebensbaum. Oft handelt es sich um Scheinzypressen (Chamaecyparis spp.). Sicherstes Unterscheidungsmerkmal (auch vom Morgenländischen Lebensbaum, Thuja orientalis) sind die Zapfen, die bei der Scheinzypresse kugelförmig sind und aus schildförmigen Schuppen bestehen.

Beispiele für eigene Zubereitungen:

Tee oder Kaffee

Bild: © Kanea – Fotolia.com

Klassische Schöllkraut-Tinktur gegen Warzen und Hühneraugen 

Zutaten:Zubereitung:
  1. Pflanzenteile zerkleinern und miteinander vermischen
  2. 100 g der Thuja-Schöllkraut-Hauswurz-Mischung in  den Weingeist geben und das Glas luftdicht verschließen
  3. Ansatz 14 Tage bei ca. 20°C Wärme stehen lassen
  4. Nach 14 Tagen Pflanzenteile herausfiltern
  5. Die fertige Tinktur in dunkle, gut verschließbare Fläschchen füllen
Anwendung:
  • Ein kleines Tuch (es geht auch ein Stück Watte oder ein Tupfer) mit der Tinktur tränken
  • Tuch auf die Warze legen und das ganze möglichst luftdicht mit Pflaster verkleben
  • 3 Tage auf der Warze belassen
  • In der Regel kann nach Ablauf der 3 Tage die Warze entfernt werden
  • Sollte die Warze noch immer fest sitzen, kann die Anwendung wiederholt werden

♦ Schöllkraut-Tinktur mit Hauswurz, aber ohne Thuja soll gegen Magenschmerzen (auch bei Magenkrebs) helfen. Einnahme: 3 x tgl. 10 Tropfen mit etwas Wasser

Homöopathische Thuja-Tropfen

  1. Destilliertes Wasser und reinen Alkohol zu gleichen Teilen mischen
  2. Ein kleines Stück der Droge im Mörser zerkleinern (in der klassischen Homöopathie etwa 1 Stunde lang)
  3. Einen Teil der zerstoßenen Droge in ein Fläschchen geben und 10 Teile des Wasser-Alkohol-Gemisch dazugeben (Das Fläschchen darf max zu 2/3 gefüllt sein)
  4. Fläschchen verschließen und 10 starke, nach unten gerichtete Schläge ausführen (Ruckartige Bewegung nach unten) = Potenz D1
  5. Von dem D1-Gemisch 10 Tropfen in eine andere Flasche geben und 100 Tropfen Wasser-Alkohol-Gemisch dazugeben
  6. Fläschchen verschießen und erneut 10 nach unten gerichtete Schläge ausführen = Potenz D2
  7. Von dem D2-Gemisch 10 Tropfen in eine andere Flasche geben und 100 Tropfen Wasser-Alkohol-Gemisch dazugeben
  8. Fläschchen verschießen und erneut 10 nach unten gerichtete Schläge ausführen = Potenz D3
  9. Von dem D3-Gemisch 10 Tropfen in eine andere Flasche geben und 100 Tropfen Wasser-Alkohol-Gemisch dazugeben
  10. Fläschchen verschießen und erneut 10 nach unten gerichtete Schläge ausführen =Potenz D4
  11. Die Schritte können weitergeführt werden bis Potenz D12

Anwendung bei:

  • Impfbeschwerden (nach Impfungen zur Ausleitung, zur Minderung von Impfreaktionen und zur Vorbeugung gegen Impfschäden)
  • Kopfschmerzen
  • Nagelstörungen (sehr weiche, abblätternde, splitternde Nägel mit Querfurchen, Längsrillen oder Dellen)
  • Polypen (in Nase, Dickdarm o. Gebärmutter; Patient bekommt bei nass-kaltem Wetter leicht eine Erkältung und hat häufig Warzen, die fleischig sind und wuchern)
  • Schnupfen
  • Warzen (bei fleischigen, wuchernden Warzen mit dunkler, braungelber Farbe, die auch nässen oder bluten können)
  • Windpocken

Dosierung: Muss individuell festgelegt werden (pauschal können bei akuten Beschwerden 5 x 5 Tropfen gegeben werden)

 

Recherche-Quellen:

  • Hiller, Karl; Metzig, Matthias F.: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Zweiter Band, Spektrum Akademischer Verlag; Heidelberg 2003
  • H.-H. Rhyner, B. Frohn: Heilpflanzen im Ayurveda, AT Verlag, Baden und München 2006
  • Zimmermann, Eliane: Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe“, 3. überarbeitete Auflage, Sonntag Verlag, Stuttgart 2006
  • Hänsel, R.; Sticher, O.: Pharmakognosie – Phytopharmazie, 8. Auflage Springer Medizin Verlag Heidelberg 2007
  • Steflitsch, Michaela; Steflitsch, Wolfgang: Aromatherapie – Wissenschaft – Klinik – Praxis, Springer-Verlag Wien 2007

Internetseiten:

  • henriettes-herb.com/eclectic/madaus/thuja.html
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Abendländischer_Lebensbaum
  • www.awl.ch/heilpflanzen/thuja_occidentalis/lebensbaum.htm

 

Anja Alijah Flick (Heilpraktikerin)

Atlaspraxis Flick – Blankeneser Landstr. 19 – 22587 Hamburg – Tel. 040 866488780 

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