Goldrute, Echte (Solidago virgaurea)

Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea) liegend auf weiß

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Die Goldrute ist als Heilpflanze bereits seit dem Altertum bekannt. Sie gilt als eines der besten Nieren-Mittel, vor allem bei Blasen- und Nierensteinen, war aber in früherer Zeit auch ein geschätztes Wundkraut. Echte Goldrute ist leider immer weniger zu finden, weil sie von der aus Amerika eingeschleppten Kanadischen Goldrute verdrängt wird. Zwar kann die Kanadische Goldrute in der Heilkunde ebenfalls zur Durchspülung eingesetzt werden, aber sie weist nicht die entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung der Echten Goldrute auf.

Synonyme:
  • Fuchsschwanz, Gemeine Goldrute, Gewöhnliche Goldrute, Goldwundkraut, Heidnisch Wundkraut, Ochsenbrot, Petrusstab, Pferdekraut, Schoßkraut, Waldkraut, Wilde Goldrute, Wundkraut
    Amphiraphis leiocarpa, A. pubescens, Dectis decurrens, Doria virgaurea, Solidago cantonensis, S. decurrens, S. virga-aurea
Pflanzenfamilie:
  • Korbblütler (Asteraceae)
Bezeichnung des
Arzneimittels:
  • Virgaureae herba (Goldruten-Kraut)
Anwendung:
  • Bronchialasthma, nervöses*
  • Entzündliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege [1]
  • Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut*
  • Gicht*
  • Harnsteine (vorbeugende Behandlung) [1]
  • Leberschwellung*
  • Nierengrieß (vorbeugende Behandlung) [1]
  • Rheuma*
Wirkung:
  • Antibakteriell [3]
  • Antioxidativ [2]
  • Entzündungshemmend (antiphlogistisch) [1] [2]
  • Harntreibend (diuretisch) [1]
  • Krampflösend, leicht (spasmolytisch) [1] [4]
Inhaltsstoffe:
  • Saponine
  • Flavonoide, u.a. Rutin
  • Kaffeesäurederivate, u.a. Chlorogensäure
  • Ätherisches Öl (Mono- und Sesquiterpene)
  • Solidagolactone (Diterpene vom Clerodan-Typ)
Dosierung:
  • 6 - 12 g Droge
Gegenanzeigen:
  • Ödeme infolge eingeschränkter Herz- oder
    Nierentätigkeit
  • Allergie auf Korblütler
Nebenwirkungen:
  • Selten können bei häufigen Umgang mit Goldrute
    Kontaktallergien ausgelöst werden.
Wechselwirkungen:
  • Keine bekannt

* Volks- und Erfahrungsheilkunde

Für Goldrute/ -zubereitungen wurde eine Wirkung wissenschaftlich bisher erwiesen gegen:
  • Bacillus subtilis (ethanolischer Extrakt) [3]
  • Bacillus pumilis (ethanolischer Extrakt) [3]
  • Proteus mirabilis (ethanolischer Extrakt) [3]
  • Proteus vulgaris (ethanolischer Extrakt) [3]
  • Micrococcus luteus (ethanolischer Extrakt) [3]
  • Pseudomonas aeruginosa (ethanolischer Extrakt) [3]
  • Staphylococcus aureus (ethanolischer Extrakt) [3]
  • Staphylococcus epidermidis (ethanolischer Extrakt) [3]
  • Escherichia coli (ethanolischer Extrakt) [3]
  • Aspergillus nigers (ethanolischer Extrakt) [3]

Beispiele für Präparate, in denen Goldrute vorkommt:

Phytotherapie
  • Phytodolor® Tinktur: Bei rheumatischen Erkrankungen (z. B. Lumbago, Ischialgien) und Neuralgien
  • Solidagoren Tropfen: Bei Infektionen in Blase und Harnleiter
Sonstige

Goldrute selber sammeln: 

Sammelorte:
  • Trockene, nährstoffärmere Standorten
  • Lichte Laubwälder, trockene Wald-, Gebüsch- oder Wegränder
  • Magerrasen
  • Kahlschläge
  • Ruderalstandorte
  • Sammelzeit:
  • Juli - Oktober
  • Sammelgut:
  • Blühendes Kraut
  • Interessantes rund um die Goldrute:

    • Wie viele andere Pflanzen, so wurde auch die Goldrute früher gern als Schutz- und Zauberpflanze benutzt und dem entsprechend Planeten, Sternzeichen und Göttern zugeordnet:
    Planet:
    • Sonne
    Element:
    • Feuer
    Götter/ Magische Kraft bei alten Kulturen:
    • Die Goldrute war auch bei den Kelten und Germanen eine ausgesprochene Heilpflanze. Man nutzte sie als Medizin und als Werkzeug (Wünschelrute), zum Auffinden von Störfeldern. Generell galt die Goldrute als Nieren- und Blasenmittel, besonders für sensible und frustrierte Menschen.

    Beispiele für eigene Zubereitungen:

    Tee oder Kaffee

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    Klassischer Goldruten-Tee (Grundrezept)

    • 1 – 2 TL (3-5 g) fein geschnittener Droge mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen; absieben und 2 – 4 x täglich eine Tasse zwischen den Mahlzeiten trinken

    Klassischer Goldruten-Tee bei chronischer Nephritis

    • 6 TL Droge in 400 – 500 ml kaltes Wasser geben und 8 Stunden ziehen lassen; abseihen und über den Tag verteilt trinken

    JG Teemischung No 1 bei Nieren- und Blasensteinen

    Zutaten:Zubereitung:
    • 2 TL der Mischung mit 250 ml heißem Wasser aufgießen;
      zugedeckt 5 Minuten ziehen lassen; abgießen
    Einnahme
    • 3 x täglich 1 Tasse trinken

    JG Teemischung No 2 bei Nieren- und Blasensteinen:

    Zutaten:Zubereitung:
    • 2 TL der Mischung mit 250 ml heißem Wasser aufgießen;
      zugedeckt 5 Minuten ziehen lassen; abgießen
    Einnahme
    • 3 x täglich 1 Tasse trinken

    JG Teemischung zur Diurese und als Harndesinfiziens 

    Zutaten:Zubereitung:
    1. 1 EL der Mischung mit 250 ml kaltem Wasser aufsetzen
    2. Langsam zum Kochen bringen
    3. 5 Minuten köcheln lassen
    4. abseihen
    Einnahme
    • 3 x täglich 1 Tasse trinken

     

    [1] Erscheinungsdatum Bundesanzeiger: 15.10.1987., Heftnummer: 193., ATC-Code: C03FA. Monographie BGA/BfArM (Kommission E)
    buecher.heilpflanzen-welt.de/BGA-Kommission-E-Monographien/solidago-goldrute.htm

    [2] European Medicines Agency Evaluation of Medicines for Human Use: Assessment report for Solidago virgaurea L., herba; European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), 2008
    www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Herbal_-_HMPC_assessment_report/2010/01/WC500069013.pdf

    [3] Thiem B, Goślińska O.:Antimicrobial activity of Solidago virgaurea L. from in vitro cultures.; Fitoterapia. 2002 Oct;73(6):514-6. [PubMed]

    [4] Borchert VE, Czyborra P, Fetscher C, Goepel M, Michel MC: Extracts from Rhois aromatica and Solidaginis virgaurea inhibit rat and human bladder contraction.; Naunyn Schmiedebergs Arch Pharmacol. 2004 Mar;369(3):281-6. Epub 2004 Feb 13. [PubMed]

    Recherche-Quellen:

    • Hiller, Karl; Metzig, Matthias F.: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Zweiter Band, Spektrum Akademischer Verlag; Heidelberg 2003
    • Magister Botanicus: Magisches Kreutherkompendium, Die Sanduhr, Fachverlag für altes Wissen, 2. überarbeitete und ergänzte Auflage 1995
    • H.-H. Rhyner, B. Frohn: Heilpflanzen im Ayurveda, AT Verlag, Baden und München 2006
    • Hänsel, R.; Sticher, O.: Pharmakognosie – Phytopharmazie, 8. Auflage Springer Medizin Verlag Heidelberg 2007

    Internetseiten:

    • www.henriettes-herb.com/eclectic/madaus/solidago.html
    • https://de.wikipedia.org/wiki/Gewöhnliche_Goldrute

     

     

     

    Anja Alijah Flick (Heilpraktikerin)

    Atlaspraxis Flick – Blankeneser Landstr. 19 – 22587 Hamburg – Tel. 040 866488780 

     

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